Budapest Régiségei 27. (1991)

TANULMÁNYOK - Sellye Ibolya: Római kori, áttört művű késtartó (Théka-veret) a Bécsi úti hamvasztásos temetőből 45-63

sehe Länge: 85 mm, Klingenbreite: 20 mm. Als Ver­gleich richte ich die Aufmerksamkeit darauf, dass die Breite der durchbrochenen Schiene 21 mm beträgt. Eine völlig identische Analogie des Beschlages aus der Bécsi Str. kam in fragmentarischem Zustand in Intercisa (Abb. 7. 1-2.) vom sog. Öreghegy aus dem Hauser-Weinberg zum Vorschein. (MNM. Inv. Nr. 90. 1908, 113). 6 Nur der Schienenteil der Theke ist vor­handen. Ausser dem Muster sind auch ihre Masse die­selben wie jene aus der Bécsi Strasse. An der Kante ist gegenüber eine (gebrochene) Ausbuchtung ersicht­lich, wo die Spange befestigt war, ist der Nagel noch erhalten. Von einer Unterlagsplatte ist keine Spur vor­handen. Fragmentarische Länge: 55 mm, Breite: 21 mm, Dicke: 2 mm. Weitere Analogien der beiden pannonischen The­ken (Bécsi Str., Intercisa) stammen aus Avenches und Strasbourg (in Germania Superior). Der erstere Ort ist in der heutigen Schweiz, der letztere in Frankreich. In Abb. 4. 1-2. ist ein völlig erhalten gebliebener, einzigartiger Fund aus Äugst (Schweiz, das römische Augusta Rauriacum, Germania Superior) zu sehen: die Reproduktion der Vorder- und Rückseite einer Theke, die in der Insula Nr. 5 gefunden wurde. Diese ermöglicht die Rekonstruktion der im Grab der Bécsi Strasse gefundenen Bestandteile einer Theke. Bei der Theke aus Äugst wurde das Messer mit zwei Spangen und an der Rückseite zur durchbrochenen Vorder­platte befestigt und zwar im Mittelteil der Schiene so­wie bei den Erweiterungen am oberen Ende. Eine derartige Erweiterung kann an jeder einzelnen durchbrochenen Schiene — verschiedenen Typs — beobachtet werden, sofern gerade dieses Stück von der Schiene erhalten blieb, so auch bei dem Fund von der Bécsi Strasse, allerdings ist diese Erweiterung nur im mittleren Teil vorhanden. Aller Wahrscheinlichkeit nach wurde mit der halbkreisförmigen Spange nur der Rückteil des Stückes befestigt, damit das durchbro­chene Muster nicht verdeckt wird, wie ich dies schon beim Regensburger Fund erwähnt habe. (Abb. 4.3.) Die durchbrochene Verzierung der Augster Theke weicht von jener der Bécsi Strasse wenig ab, ihre Schiene ist schmäler, die Unterlagsplatte ist aus Mes­sing, daher unterscheidet sich das obere, durchbro­chene Muster scharf von der Farbe der Unterlags­platte. Dass heisst, der Farbeneffekt war der gleiche wie beim Fund der Bécsi Strasse: unter der dünkleren, durchbrochenen Platte ist eine hellgelbe Unterlage. (Siehe: Ergebnis der chemischen Untersuchung von L. Költő.) An der Rückseite der Theke wiesen die Laborpro­ben an zwei Stellen Spuren einer Schnur auf. Diese diente vermutlich zur Befestigung der Rückseite auf Textilien, Bast oder Leder. An dieser Stelle dürfte das Messer hineingesteckt gewesen sein. In der unteren löffelartigen Erweiterung des durchbrochenen Teiles befand sich im 2-5 mm tiefen Innenraum das taschen­artige Ende des Futterals. Die Theke wurde mit einer Schnur zusammengezogen (vgl. die Rekonstruktionen Abb. 2.2. und 4.), doch konnte sie auch offen gewesen sein, um leichter zum Messer zu gelangen. Das Messer wurde in der Theke auf dem Gürtel aufgehängt ge­tragen. (Abb. 3.) Im Limes Castellum Feldberg kam in fast vollkom­menem Zustand ein Beschlag mit durchbrochenem Muster zum Vorschein, der dem Thekenbeschlag des Augster Messers der Form und dem Muster nach sehr ähnlich ist. Im Laufe der Laborproben zeigten sich nicht nur beim Augster Fundstück, sondern auch bei dem fast vollkommen erhaltenen Beschlag aus der Umgebung von Basel Faserüberreste. Hier wurden in der Erwei­terung der Schiene beim Niet solche aus dem Süden stammende Pflanzenfasern gefunden, die in Mitteleu­ropa nicht heimisch sind. Diese Angabe ist in bezug auf die Handelsbeziehungen des Werkstattbereiches 11 der Theke wichtig. Eine andere vollkommen erhaltene durchbrochene Theke aus späterer Zeit wurde in einem Frauengrab von Dorweiler, im Freien Germanien, gefunden. (Im Grab der Bécsi Strasse war ein Mann begraben!) In der germanischen Theke wurden zwei Meser unter­gebracht, mit zwei bogenförmigen Spangen an den Gürtel befestigt. Auch die Form und die durchbro­chene Verzierung weichen von jenen der bisher be­sprochenen Theken ab. Das durchbrochene Muster erinnert eher an eine Durchlöcherung. Die Spangen mit ähnlichem Muster umfassen völlig die Messer, vielleicht dienten sie nicht nur zu Befestigungs-, son­dern auch Verzierungszwecken. An der Rückseite der Theke sind Lederüberreste zu sehen. Datierung: eine Durchbrechung von diesem Typ erscheint schon am Beginn des 3. Jhs und ist bis zum Anfang des 5. Jhs gebräuchlich. Mit einer ähnlichen, aber komplizierteren und fei­ner ausgeführten Durchlöcherung ist der Beschlag hergestellt, der in der Luxemburg Strasse in Köln ge­l ^ funden wurde. In der archäologischen Literatur begegnen uns dut­zendweise Beschläge, die dem in der Bécsi Strasse ge­fundenen ähnlich sind, namentlich im Material des Li­mes Castellum im Rheinland. Diese werden als Be­hälter von Dolchen bestimmt. Diese Bezeichnung ha­15 be auch ich übernommen. Obwohl wir auf den Stein­denkmälern so kleine Dolchbeschläge nicht vorfinden können, ist die Bezeichnung „Behälter" zu einem ge­wissen Grad richtig, da die Theken tatsächlich „Be­hälter" waren, allerdings für Messer. Es ergab sich auch die Frage, ob die Theken nicht Schreibzeug oder kosmetische Artikel enthielten, doch diente der 53

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