Budapest Régiségei 25. (1984)

TANULMÁNYOK - Bertalan Vilmosné: Óbuda – Vetus Buda – a régészeti kutatások alapján, 1973-1981 35-42

funden; wir kennen ihren einstigen Standort auch heute noch nicht, doch haben diese Forscher im Laufe ihrer Arbeiten andere mittelalterliche Überreste gefunden. Am Ende des vorigen und Anfang dieses Jahrhunderts sind bei grösseren Erd- und Bauarbeiten mehrere mittelalter­liche Bauten zum Vorschein gekommen, womit sich auch Freilegungen verbanden. Die planmässige Erschliessung Óbudas nahm in den fünfziger Jahren ihren Anfang. Sie beschränkte sich teils auf die Ergänzung des Grundrisses der bereits bekannten Gebäudereste, teils auf die Suche nach weiteren mittelalterlichen Fundstellen in Kellern und Höfen. Zu einer grossangelegten archäologischen Arbeit bo­ten seit 1973 der Bau der Wohnsiedlung von Óbuda, die Modernisierung des Strassennetzes und die Verbreite­rungsarbeiten der Árpád-Brücke eine Möglichkeit. Der Ort und das Tempo der Forschung wurden von den Bau­arbeiten bestimmt, diese Tatsache brachte es mit sich, dass zur vollständigen Freilegung keine Möglichkeit be­stand. Bei den Erforschungen der mittelalterliche Topogra­phie und des Stadtgrundrisses von Óbuda konnten wir das Übliche Quallenmaterial — Urkunden, alte Stadtbil­der und Karten — schwer benutzen, wegen der Zerstö­rung der mittelalterlichen Stadt. Die erhaltengebliebenen Landkarten zeigen den Zustand nach der neuen Besied­lung. Aufgrund der archäologischen Forschungen kann man im Strassensystem des 18. Jh. die Verknüpfung mit dem früheren Zustand nachweisen. Die schriftlichen Quellen und die historischen Bearbeitungen, so vor allem die un­längst erschienene „Geschichte von Budapest" haben der Archäologie beim Aufstellen der Forschungsthemen und der Klarstellung der Geschichte einzelner Bauten Hilfe geleistet. Die mittelalterliche Siedlung entstand im Gebiet des römischen Militärlagers Aquincum, in der östlichen Hälfte des Castrums, auf dem Überresten der Festung aus dem 4. Jh. und auf der südlich liegenden Canabae (Abb. 1., No 1. 15). Der Abriss und der erneute Einbau des südli­chen und westlichen Teils der römischen Festungsmauer wurde erst Anfang des 13. Jh. in Angriff genommen. Die Frühesten Funde und Mauerüberreste stammen vom heu­tigen Fő tér, Korvin Otto tér und auch vom Gebiet vor der südlichen Hälfte der Festung. Innerhalb der Festungs­mauern, auf einer Fläche von cca 250 X 400 m befindet sich die Civitas des 11.—12. Jahrhunderts, wo die erste königliche Kurie und das königliche Kollegiatstift gebaut wurde. Letzteres wurde von König Stephan I. (1000— 1038) oder seinem unmittelbaren Nachfolger König Peter gestiftet. Urkundlich wird es zuerst 1148 erwähnt. Die Kirche erlitt während des Tatareneinfalles 1241 starke Beschädigungen, ihre Wiederherstellung war um 1380 noch im Gange. Daneben wurde zwischen 1346—1348 von Königin Elisabeth die zweite Kirche erbaut (Abb. 1., No 2). Nach 1483 erweiterte man die Kirche an der nörd­lichen Seite durch eine Sakristei, diese war der konsisto­riale Raum des Kapitels. In der unmittelbaren Nähe der Kirche sind die Überreste von Profanbauten vorgekom­men: ein zum Kapitel und der königlichen Kurie gehören­des Gebäude (Abb. 1., No 3). Die Kurie wurdelaut den Chroniken und Urkunden — zwischen 1189—1213 er­wöhnt). Auf dem zum Kapitel gehörenden Gebiet waren im Jahre 1369 noch Häuser in königlichem Besitz, wo sich die königlichen Falkner aufhielten. Die Überreste der Häuser befanden sich ringsum die Kirche. Nordwärts der Steingebäude, zwischen der heutigen Vöröskereszt und Kő utca sind Überreste von Backöfen. Trockenöfen, Feuerstätten und Gruben zum Vorschein gekommen (Abb. 1., No 23). An der südöstlichen Seite der Kirche aus dem 14. Jh. zeigten sich Details eines grösseren Ge­bäudes, vermutlich der Propsteipalast. Neben den Bau­überresten haben wir Teile zweier, N— S orientierter Ga­ssen und einer O—W orientierter Strasse freigelegt (Abb. 1., No 14). Die Überreste von Gräbern haben wir inner­halb der Kirche aus dem 14. Jh. und unmittelbar an ihrer Südseite bestimmt. Südwärts der Kirche, unter dem heutigen Korvin Otto tér haben wir die Ruinen von wei­teren Profanbauten gefunden. Längs der Gasse, die sich an der südöstlichen Ecke der Civitas in Richtung NO—SW hinzog, kamen Funde und Bauüberreste aus dem 11 .—12. Jh. zu Verschein (Abb. 1., No 4. 14). An der südwestlichen Ecke der Civitas haben wir eine Gasse aus dem 12.—1.3. Jh., die Schmiedegasse bestimmt (Abb. 1., No 8). Beider Gassen betrachten wir als Teile der aus Kaufleuten, Handwerkern, besonders Schmieden bestehenden Siedlung südwärts der Civitas. An der südöstlichen Ecke der Civitas dürfte die mittel­alterliche Überfahrt und der Hafen gewesen sein (Abb. 1., No 17). Hier mündete die NO—SW orientierte Strasse, die sich — aufgrund ihrer bisher bekannten Abschnitte — der grossen Esztergomer Landstrasse anschloss^ die in der Richtung der heutigen Bécsi út gewesen sein dürfte. In der Umgebung des nordost-südwestlichen Strasse sind Stücke von Importkeramik wahrscheinlich von Österreich zum Vorschein gekommen; charakteristische Gefässe mit starken Rand, aus graphithaltigem Thon. Ähnliche Kera­mik kam auch in anderen, bedeutenden mittelalterlichen Bauten des Landes, in den unteren Schichten vor: so in Esztergom, im Kloster der unteren Insel und auch im Königsschloss. Vermutlich wohnten im Umkreis des Ha­fens jene Kaufleute, über die schriftliche Quellen berich­ten, darunter auch „latini". Auf die Überfahrt von Óbuda kan man aus der Urkunde von 1148, auf den Marktplatz aus der von 1212 stammenden schliessen. Über die Sied­lung von Óbuda, mit zwei Stadtkernen, ist auch in den Urkunden zu lesen, die die Villa und Civitas erwähnen. Laut einer Urkunde aus der Zeit um 1212, bewohnten die Villa die Hospes und Civis, von die Einwohner der Civitas: „de custodilus regie domus" und „de familiis iobagionum, comitum videlicet et prelatorum" ist auch die Rede. Diese frühe Periode der Stadtentwicklung von Óbuda stimmt, nach Meinung György Györffys, mit der Entwicklung der bischöflichen Städte, Eçztergom und Székesfehérvár überein. Im ersten Hälfte des 13. Jh. wurden in Óbuda, am westlichen Rande der Siedlung, die königliche Burg und das Franziskanerkloster errichtet (Abb. 1., No 10, 13). Im Jahre 1343 hat Ludwig I. (1342-1382) die könig­liche Burg von Óbuda mitsamt allem Zubehör und Ein­39

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