Budapest Régiségei 19. (1959)

JELENTÉSEK - Czagány István: A budavári Úri utca 31. sz. gótikus palota tudományos vizsgálata és rekonstrukciós helyreállítása 373-402

großen Fenstergruppe aber nur mehr drei quadratische Zwillingsfenster mit geradem Sturz. Diese konnten aus den aufgedeckten Überresten eindeutig rekonstruiert werden. An ihren Profilen, die von hohem handwerklichen Können zeugen und zu einer der hervorragen­den Formgruppen des „gemischten plastischen Stils" gehören, wird auf das spätgotische halbe Birnglied ein besonderes Akzent gelegt, mit dem halbkreisförmigen aber noch nicht im Geist der Parlerschule aufgefaßten Stabglied im Inneren, das mit einem, ausschließlich dem 15. Jahrhundert eigenen Wellenbogen in eine halbkreisförmige Hohlkehle übergeht. Diese morphologischen Erscheinungen datierten die ganze Bautätigkeit in das Jahrzehnt nach 1440. Im zweiten Stockwerk der Fassade dürften zu Anfang ebenfalls fünf, in Dimen­sion und Typus denen im ersten Stockwerk gleiche Fenster gewesen sein, dagegen von ein­facherer, im »graphischen Stil« gehaltenen Profilierung. Von diesen konnten wir nur zwei rekonstruieren auf Grund der typischen Eigenarten ihrer bekannten Analogiengruppe. Zu diesen gesellte sich die Torumrahmung in der Mittelachse des Erdgeschosses, deren charakteristisch dekadente Profilierung schon nicht mehr dem Formenschatz der spätgoti­schen Fassade des 15. Jahrhunderts entspringt, sonder den Einfluß der Postgotik des 16. Jahr­hunderts zeigt. Die so rekonstruierte großangelegte Fas­sade von imposanter Wirkung und kunstge­recht ausgewogener Verteilung der Offnungen erfuhr erstmalig in 1500 eine bedeutendere Veränderung. Im ersten Stockwerk entstand anstelle der an der nördlichen Seite befind­lichen zwei Zwillingsfenster mit waagrechtem Abschluß ein großes, in fünf Öffnungen unter­teiltes Fenster, das von einer flachbogig schlie­ßenden Nischenumrahmung eingefaßt wurde. Darunter befanden sich ursprünglich drei spitz­bogig geschlossene Steinfenster, von denen die beiden äußeren von enger, 50/173 cm messenden Offnungsweite, das mittlere Fen­ster aber 106/173 cm, also doppelt so breit war. Die Offnungen wurden an beiden Seiten von 62 cm breiten Schrägen begleitet. In den zwei Pfeilern zwischen den drei Fenstern und ober­halb derselben saßen zwei »Karofenster« mit einer Lichtweite von 48 x48 cm und einer sich konisch schmälernden 60 cm breiten schrägen Einfassung. Diese, von kunstgeschichtlichem Gesichts­punkt bedeutende Fenstergruppierung w T ar in ihrer originellen Form die charakteristisch einheimische Verschmelzung zweier verschie­dener Stilströmungen der westeuropäischen Gotik. Es besteht kein Zweifel darüber, daß man den Ursprung der beiden äußeren schma­len Fenster der unteren Reihe in dem südlichen — mediterrangotischen — Schema der Fenster­gruppierung zu suchen hat. Die gedrungenen Proportionen der segmentbogigen äußeren Ni­schenrahmung dagegen, ferner das Fehlen des oberen Rundfensters, sowie die mittlere breite Fensteröffnung verweisen alle darauf, daß auch die nördliche Eigenart der Fensterkuppelung — das superterrangotische Schema — gleich­zeitig vertreten war, samt jener Lösung, die zwischen die Fensterbogen »Karofenster« ein­fügt. Da die mit der ersteren Methode entstan­denen Denkmäler im spanischen (Salamanca) und im italienischen Sprachgebiet (Siena) zu finden sind, solche aber nach der zuletzt be­sprochenen Art ausgeführte vorwiegend im Böhmischen (Karlstejn) vorkommen, haben wir alle Ursache anzunehmen, daß der Meister unserer Fenstergruppe ein vielgereister lokaler Baumeister gewesen ist, den beide Methoden wohlbekannt waren. In seinem Werk kommt ganz trefflich jene assimilierende Kraft der Gotik zu Buda zum Ausdruck, mit der sie die vielfältigen ausländischen Einwirkungen zu einem organischen Ganzen verschmolz. Im gegebenen Fall ergab sich dabei die Synthese von zwei entschieden differenzierten Formen­sprachen. Das stilgeschichtlich auch in europäischer Beziehung für sich stehende Motiv — dem noch in der Zukunft eine große Rolle zukom­men wird bei der Aufspürung der ausländischen Stammesländer der Gotik von Buda — erfuhr fünfmal Umgestaltungen. Das erste Mal wur­den an ihm in 1541 Veränderungen vorge­nommen. Gemäß dem Zeugnis der bis zum erhalten gebliebenen Fußbodenniveau reichen­den Mauerschräge, wurde nämlich das untere mittlere, also breitere Spitzbügenfenster zu einer Tür umgebaut, die zur Überbrückung der Gasse führen sollte. Da nun aber dadurch die Beleuchtungsfläche dieses mittleren Fen­sters verloren ging, wurde der Abschluß der beiden äußeren, schmalen Spitzbogenfenster höher ausgehauen und segmentbogig umge­staltet. Die Gewände der Tür reichten bis zur äußeren Fläche der Nischenrahmung, wo sie sich den Wangen der vermutlich gänzlich be­deckten hölzernen Sprengwerksbrücke anschlös­sen. Das vermauerte Lager des Sprengwerks ist auch heute unter der Türschwelle zu sehen. Zum zweiten Male nahmen die Türken zwi­schen 1541—1686 Änderungen am Haus vor. Aus der in die Mitte der unteren Offnungsreihe gesetzten Tür wurde abermals ein Fenster gemacht, indem man zwischen die Mauerschrä­gen ein Vollparapet mit Brustlehne setzte. Die zwei äußeren Fenster wurden gegen die Mit­telachse zu verbreitert und die ganze Nischen­rahmung vermauert. Dadurch verschwanden auch die »Karofenster« aus dem Gesamtbild der Fassade . Im Lauf der dritten Umgestaltung — nach 1686 — wurde das mittlere Fenster der unteren Reihe aufgegeben und vor die beiden äußeren 400

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