Budapest Régiségei 19. (1959)
JELENTÉSEK - Czagány István: A budavári Úri utca 31. sz. gótikus palota tudományos vizsgálata és rekonstrukciós helyreállítása 373-402
türkischen Öffnungen Barockfenster vermutlich mit Steinumrahmung gesetzt. Die vierte Umgestaltung nach 1862 resultierte darin, daß die barocke Rahmung von der Fassade verschwand und die beiden Fenster sowohl in ihren Proportionen als auch in ihrem Gipsund Verputzschmuck dem Geschmack der Romantik entsprechende Veränderungen erlitten. Der fünite Umbau — um 1920 — bildete aus dem nördlichen äußeren Fenster eine Balkontür. In der Zeit zwischen 1440/50—1766 wurde die Fassade des Hauses fünfmal übermalt. Zuerst wurde um 1440—50 auf den bräunlichdunkelgrau karmingefärbten Fassadenverputz ein Netz von weißen Quaderstreifen al secco aufgetragen. Die Umrahmungssteine von Tor und Fenstern erhielten pompeianischroten Vermalt. Das zweitemal wurde um 1500 dieselbe Quadrierung, nun aber mit roten Streifen auf weißen Grund erneuert. Bei der dritten Gelegenheit wurden die Gewände der großen Fenstergruppe mitisgrün übermalt. Anläßlich des vierten Fassadenverputzes nach 1686, wurde das rote Quadernetz auf weißem Grund erneuert und auch alle früher bemalten Reste damit bedeckt. Das fünfte Mal, nach 1723, wurde dasselbe mit besseren Stoffen renoviert. Nach der bei der Rückeroberung der Festung in 1686 erlittenen Zerstörung ließ zwischen 1696—1727 vermutlich der Wiener Kaufmann Christian Helbling das Gebäude mit einer um 2 m verringerten Höhe des Straßentraktes neubauen. Der Südflügel des Hofes wurde zweigeschossig, der Nordflügel aber nur ebenerdig und bis zur halben Tiefe des Hofes erbaut. In der zweiten — barocken — Bauperiode des Hauses ließ wahrscheinlich der Bischof Emmerich Eszterházy zwischen 1744—1766 die barocken kassettierten Tonnengewölbe der Obergeschoßräume des Straßentraktes und das neue barocke Treppenhaus ausführen, selbstverständlich ohne der Verkürzung und den Gewölben, die dem Zeitalter des Zopfstils entstammen. In der dritten Bauperiode, zwischen 1766— Abb. 1. Fassade des Gebäudes in der Úrigasse 31, in dem durch den Krieg verursachten Trümmerzustand in 1947 Abb. 2. Fassade des Gebäudes während der Wiederherstellung in 1956 Abb. 3. Die Fassade vor 1944. Ausgeführt nach den Plänen von Joseph Pari nach 1862 Abb. 4. Grundrißpläne der Grabungen mit Erklärungen der chronologischen Angaben der Freilegungen. Erdgeschoß, 1. und 2. Obergeschoß Abb. 5. Sitznischen-Anastylose in der Nordwand der Toreinfahrt. Aus der Sitznischenreihe des 1844 — also zu Lebzeiten der Familie Krammerlauf und des Ratsherrn Joseph Laszlovszky — entstanden die böhmischen Gewölbe der Toreinfahrt und der Hoftrakte, sowie die Muldengewölbe des Obergeschosses. Zur selben Zeit, aber zwischen 1802—1844, kam die Reihe an den Ausbau der Ostseite des Nordflügels, im Laufe dessen auch der bis dahin nur erdgeschossige Teil ebenfalls zweigeschossig umgebaut wurde. In der vierten Bauperiode, nach 1862, ließ Stephan Kanócz in Ausführung der Pläne von Joseph Pan auch den Ostteil des südlichen Hoftraktes ausbauen, wodurch der Hof endlich von allen Seiten umschlossen war. Dieser Zeit gehört die fünfachsige Straßenfassade im reifen romantischen Stil an, die zu den besseren Schöpfungen des ansonst ziemlich bescheidenen romantischen Denkmalmaterials in Buda gehört hat. Im Lauf der kleineren Veränderungen, die am Gebäude in 1923 und 1930 auf Geheiß von Piroska Vojnits vorgenommen wurden, baute man dem Raum im ersten Stockwerk, der ehemals von der großen Fenstergruppe eingenommen wurde, einen geschmacklosen Balkon mit Eisengitter vor. Dieser schichtenweise aufeinander gelagerten, kontinuierlichen und geschichtlichen Bauentwicklung machte die in 1954 begonnene Renovierung ein gründliches Ende. Ihr Ziel war, mit Hilfe der Aufdeckung von spätmittelalterlichem Fundmaterial,eine partielle Wiederherstellung des Zustandes im 15. bzw. 16. Jahrhundert zu erreichen. Die Wiederherstellung stellt eine beachtenswerte Leistung vor, was die Treue der Rekonstruktion von Einzelheiten anbelangt. Hinsichtlich der Ganzheit der mittelalterlichen gotischen Palazzokomposition und der Wahrung der Proportionalität der Fassade muß diese Leistung aber als weniger gelungen gesagt werden, zumal da durch ein vom didaktischen Gesichtspunkt ohnehin unrichtiges Kranzgesims die Fensterschlüsse des gotischen »Prachtgeschosses« im zweiten Stockwerk und der darüber befindlichen Fries überschnitten werden. 14. Jahrhunderts um die Mitte des 15. Jahrhunderts erstellt Abb. 6. Grundrißplan der Grabungen. Kellergeschoß Abb. 7. Doppeltür des von der Toreinfahrt nördlich liegenden Kellers während der Freilegungen Abb. 8. Türfragmente des von der Treinfahrt südlich liegenden Kellers während der Feilegungen Abb. 9. Aufschließungsskizze der Fassade mit Angabe der mittelalterlichen Reste (Zustand in 1954) Abb. 10. Wissenschaftliche Rekonstruktion der spätVERZEICHNIS DER ABBILDUNGEN 26 Gerevich: Budapest régiségei 401