Budapest Régiségei 18. (1958)

TANULMÁNYOK - Kaba Melinda: Az aquincumi helytartói palota mozaikpadozatai 79-101

M. KÁBA DIE MOSAIKFUSSBÖDEN DES STATTHALTERPALASTES VON AQUINCUM Die im Statthalterpalast von Aquincum zum Vorschein gekommenen Mosaikfussböden be­reichern den pannonischen Mosaikdenkmäler­bestand mit bisher unbekannten Motivschätzen. Im Wohnzimmer Nr. 8 (Abb. 10) blieb lediglich die Schwelle erhalten, in sieben Räumen aber (Nr. 2, 3, 4, 5, 6, 45, 58 und 63) ist die ganze Oberfläche rekonstruierbar. Der Bodenbelag des Caldariums Nr. 58 wurde nach den im vergangenen Jahrhundert durchführten Ausgrabungen nach Wien überführt. Die geo­metrischen Mosaikdekorationen des Osttraktes (3, 5 und 6) haben zum Teil bereits im Jahre 1941 Gestalt erhalten und die Resultate wurden von J. SZILÁGYI zusammengefasst. Die ganze Pracht der Mosaikmuster zeigt aber erst die vollständige Aufdeckung von 1951. (Abb. 1—10,) Baum Nr. 2 Der mittlere Teil des Saalfussbodens ist durch ein Krangerüst der Schiffswerft auf­gebrochen worden, im übrigen ist die ganze Oberfläche unbeschädigt geblieben (Abb. 12). Die Meister des Altertums bedienten sich bei der Dekorierung grosser Flächen, bald der Stuckplastik, bald der Fresko oder der Mosaiktechnik, und dabei variierten sie die einzelnen Motive unter Zuhilfenahme einer netzartigen Flächeneinteilung. Den senkrecht aufeinanderstehenden Linien des quadratischen Netzes entlang entstand das sich zur stilisierten Herzform erweiternde Muster des Saales Nr. 2. Ähnliche Ziermotive können am Fussboden der Villa von Zliten und in Ostia beobachtet wer­den. Die Entstehungszeit des Mosaikbodens entspricht der Datierung der übrigen Säle in diesem Palasttrakt : erste Hälfte des 3. Jahr­hunderts u. Z. Baum Nr. 45 Hier gestaltete der Mosaikkünstler mit schwarzen Steinchen auf gelbem Grund ein zentrisches Meandermuster, das im Rauten­netzsystem in einen Winkel von 120° bzw. 60° konstruiert die ganze Fussbodenflache ausfüllt. Entlang der Wände verläuft ein schwar­zer Randstreifen von unregelmässiger Dicke. Auf den Mosaikfussböden wurden die verschie­densten Variationen von Meandermustern ver­wendet. Ähnlich unserem Mosaik ist das Fuss­bodenmosaik von Ostia aus dem 3. Jahrhundert u. Z. In Ostia füllt jedoch das Meander nicht die ganze Oberfläche aus, sondern nur einen Teil von ihr, doch zeigt seine Konstruktion ein System in Winkel von 120° bzw. 60° wie beim Gemach Nr. 45. Das Meanderfuss bodenmosaik des Statthalterpalastes dürfte im ersten Jahrzehnt des 3. Jahrhunderts u. Z. ausgeführt worden sein, zu einem Zeitpunkt, der mit der Umbauzeit dieses Palasttraktes zusammenfiel. Baum Nr. 63 Der imposanteste Teil des im Nordwesttrakt des Statthalterpalastes angelegten »Badviertels« ist der mit Mosaik belegte achteckige Saal mit Exedra (Abb. 11). Unmittelbar an der Wand entlang bildete auf schwarzen Grund ein weisses Fischschuppenmuster die Umrah­mung des Fussbodens (Abb. 22). Nach einem breiten schwarzen und einem weis­sen Streifen folgt das Bildfeld. Als Grund der Komposition diente der Rahmen des gleich­schenkeligen Dreiecksnetzes. In den Linien der Dreieckskatheten sind sich zum Wasser neigende Schilfrohre mit hinabhängenden Blättern dar­gestellt. Im westlichen Bildfeld kann man ein stilles Meeresidyll betrachten. Aus dem Wasser ragt ein dicker, jahrhundertealter Baum­stamm heraus, den junge Triebe von Schilf­rohren, Grashalme und Ranken umflechten. Am Fuss des Baumes — an der Oberfläche des Wasserspiegels — schwimmt friedlich eine Wildente mit dichtem Gefieder und stolzer Kopfhaltung (Abb. 21). Das bunte Gefieder wird durch weisse und hie und da rote Steine angedeutet. Ihr Gegenstück befand sich vermutlich auf der gegenüberliegenden Seite, denn der schwarze Mosaikstreifen verläuft auch dort in einer der Entengestalt entsprechend symmetrischen Form. Weiter unten unter dem Wasserspiegel schwimmen ein Karpfen [aus der Familie der Cyprinidaearten] (Abb. 17) und ein Schwertfisch [Xiphias gladius] (Abb 19), hinter ihnen Muschel (Abb. 21). Lange, gerade Streifen versinnbildlichen die Glätte des Wasserspiegels. Die Perspektive der stillen Meereszene auf der linken Seite zeugt von feinem künstlerischen Geschmack. Die hintereinander angeordneten Tiergestal­ten sollen den Eindruck der Weite des Meeresspiegels vermitteln. Im Teilstück der Ostseite stürzt sich . ein riesiger Delphin ins Meer (Abb. 16). Sein Maul taucht im Augenblick des Sturzes unter die Wellen. Der im stilisierten Blatt­muster gezeichnete Delphinschwanz aber schwebt noch, zurückgeworfen, in der Luft. Unter ihm flieht ein roter Goldfisch in die 7* yy

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