Budapest Régiségei 18. (1958)

TANULMÁNYOK - Kaba Melinda: Az aquincumi helytartói palota mozaikpadozatai 79-101

'Tiefe (Abb. 18). Durch die schwarze Farbe der Bauchlinie und des Schwanzes verlieh der Musivarius dem Fischkörper Plastizität. Der ergänzte südöstliche Mosaikbodenteil geht über in das Mosaikmuster des Feldes vor der östlichen Haupteingangsschwelle. Die Fi­guren der auf schwarzem Grund asymmetrisch angeordneten zwei bauchigen Kantharosgef ässe (Abb. 20) und des im Wasser aufwärts ­zappelnden Delphins (Abb. 15) sind dem Bild aus den schlecht gelegten M-Osaikstein­chen nur schwer zu entnehmen. Ein dichtes Geflecht von Efeuranken und ihre stilisierten Blätter verbinden die Kantharosgef ässe mitein­ander. Einigen Schuppenmustern kann vor dem Bassin mit der Exedra gefolgt werden, an der Schwelle des Frigidariums und der Westwand entlang, wo auch wasserandeutende Linien erhalten geblieben sind. Die Mosaikfussböden schmiegen sich nicht immer unmittelbar an die bemalten Wandfelder, manchmal werden letztere von Stuckgesimsen begrenzt. Im Statthalterpalast war die Anschluss­linie von Wand und Mosaik mit schneeweissen Marmorplatten (Abb. 25) belegt. Von den im Gebiet von Aquincum bisher zutage gekommenen Mosaiken kennen wir zwei figurale Darstellungen: die Szenen »Ring­kämpfer« und »Dirke«. Die nun freigelegten Fussböden des Statthalterpalastes bereichern die Sammlung jener figuralen Darstellungen, die die Mosaikkunst unter dem Namen »Meeres­zyklus« kennt. Im allgemeinen pflegte man das Mittel­emblem mit verschiedenartigen figuralen oder ornamentalen Motiven zu umrahmen. Im Statt­halterpalast ist an Stelle des Emblems ein Was­serschlinger. Im Kapitolium von Savaria in Pannonién wird die geometrische Randdekoration des Fussbodens durch eine schwarze Delphin­gestalt auf weissem Grund unterbrochen. In Delos ist die Diagonalfigur der Ein­gangschwelle, aus Pompeji das bewegte Moment­bild einer Meeresszene bekannt. Auf einem Mosaikfussböden in Rom sind neben Schiffern verschiedene Seetiere zu sehen. Abwechslungs­reiche Meeresszenen sind auf den Mosaiken im Estemuseum, in Herculaneum, Oberweis, Trier und Münsingen dargestellt. Auf den reichen afrikanischen Mosaiken in Leptis Magna, Cesa­rea, Algir und Thamugadii kommen mannig­fache Szenen aus dem Leben des Meeres vor. Zuweilen sind sie als Rahmendekorationen komponiert, wie z. B. in Oberweis oder in Trier. Im Randornament des Fussbodenmosaiks von Ulpia Oescus sind grosse Goldfische dar­gestellt und die untere Linie des Fischleibs wurde, zur Erreichung einer stärkeren plasti­schen Wirkung aus schwarzen Steinchen ge­bildet. In der reichen Sammlung der antiochi­schen Mosaikböden sind die Meeresszenen in 100 mannigfach abweichenden Fassungen vertreten. Die Vielheit der die Thetis umringenden See­tiere ordnet sich stufenweise hinter der im Vor­dergrund des Bildes dargestellten Hauptfigur. Der Künstler veranschaulicht auf malerische Weise die Kämme der Meeres wogen. In der Psycheszene des Mosaiks im Apsissaal erschei­nen in dem mit weissem Grund angedeuteten unendlichen Meer Erose, auf Delphinrücken reitend. Im anstossenden Saal desselben Hauses tummeln sich auf weissem Grund die aus schwar­zen Steinchen ausgelegten Seetierfiguren leb­haft im Meer, welches in diesem Fall vom Künstler weder mit Linien noch mit Wellen­kämmen angedeutet ist; nur die Bewegung der Fische verrät, dass diese im Wasser dargestellt sind. Nicht nur die Darstellungsweise, sondern auch die für die See weit des Ostens so charak­teristische Flora und Fauna lassen an gewisse Einzelheiten des Fussbodenmosaiks in Aquin­cum denken. So begegnen wir beispielsweise beinahe an jedem der antiochischen Boden­dekorationen dem langen Schwertfisch, dem ständigen Bewohner des Mittelmeeres. Die Schilfrohre mit den hinab hängenden Blättern, Riedgras wahren die Erinnerung an die ägyp­tische Kunst. Die Künstler zeichneten ihre Kartons oft den Wünschen ihrer Auftraggeber gemäss, manchmal folgten sie aber ihrem eigenen künstlerischen Trieb und Geschmack. Auch im Statthalterpalast dürfte das der Fall gewesen sein. Die Bodendekoration des Raumes 63 ist die Arbeit eines Meisters, der aus dem Osten stammte und seine Bildinhalte aus dem von ihm mitgebrachten Themenkreis des Ostens schöpfte. Dieser Künstler arbeitete — laut unse­rer bisherigen Fundbestände — nur im Statthal­terpalast von Aquincum. Nirgends im Provinz ­gebiet finden wir Denkmäler, die mit seinen Werken auch nur die geringste Ähnlichkeit zeigen. Bei den Meeresszenendarstellungen des römischen Reiches verdient die Art der Behand­lung des Wasserspiegels besonders hervor­gehoben zu werden. Im allgemeinen erscheinen in verschiedenartigster geometrischer Einrah­mung Bildschnitte, in denen die Bewegung der Fische das Wasser versinnbildlicht. In den meisten Fällen werden jedoch die Tiere des Meeres zu Zierelementen des Fussbodens und im allgemeinen bleibt die Darstellung des Wassers ganz weg. Manchmal ergreift den Eintretenden das Gefühl, als ob unmittelbar unter ihm die bodenlose Tiefe des Meeres gähn­te, ein anderesmal scheint es, als schaute er vom sicheren Ufer aus dem Spiel der Fische, der Delphine und dem Treiben anderer See­tiere zu, die die Glätte des Wasserspiegels aufrühren. Es ist bekannt, dass die Zeitbestimmung der römischen Mosaiken auf Grund ihrer Ver­zierungen und Einteilungen äusserst schwierig

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