Budapest Régiségei 14. (1945)
Járdányi-Paulovics István: Germán alakok pannoniai emlékeken 203-281
Anm. 45.). Auf einem Baume mit abstehenden kurzen Asten steht ein Tropaion mit ausgebreiteten Armen, neben dem Baumstamme hockt ein nach vorne blickender Barbar mit auf der Brust gekreuzten (gefesselten?) Händen. Die Figur selbst ist bei der starken Abwetzung des Steines nur schwer zu erkennen ; das längliche Gesicht, der Bart, die Kopfbedeckung, oder der (auf der rechten Seite einem Nodus gleichende) Haarschopf deuten auf eine Germanendarstellung hin. Der gefesselte (?) Gefangene kann nur ein Germane sein, da die Sarmaten in unserer Gegend ganz anders dargestellt wurden, wie man aus einer Kuchenform von Aquincum ersehen kann. Für die Zeitstellung weist der Pflanzenschmuck auf das Knde des II. Jahrhunderts n. Chr. und wir können demnach dieses bescheidenere, aber charakteristische Denkmal mit Fug zu den oben behandelten Steindenkmälern zählen. Über die auf Germanen bezüglichen inschriftlichen Denkmäler aus dem römerzeitlichen Ungarn besitzen wir die erste kleinere Zusammenfassung von Tivadar Thienemann (Anm. 46.). Einen Teil der auf die pannonischen Germanen bezüglichen Inschriften bringt auch A. Riese (Anm. 47.). Hinsichtlich der germanischen Beziehungen im benachbarten Niederösterreich verweisen wir auf die zusammenfassende Arbeit von Leonhard Franz (Anm. 48.), sowie auf das Werk von Eduard Beninger (Anm. 49.). Wie wir bei den ostgermanischen Denkmälern sahen, finden sich auch aus früherer Zeit (vom Ende des I. Jahrhunderts) Belege dafür, dass Germanen als Söldner oder als reguläre Soldaten in den Reihen des römischen Heeres, oft schon im Besitze des römischen Bürgerrechts, gedient haben. Auf einem in Rákospalota (Aquincum gegenüber) gefundenen römischen Grabstein wird der eine Dedikant L. Val(erius) Germanus, der Verstorbene L. Val. Patia (?) genannt (Anm. 50.). Aus dem I. Jh. Schon aus dem II. Jh. stammt eine fragmentarische Grabplatte von Intercisa (Dunapentele), welche doppelte germanische Beziehung aufweist. Der Verstorbene Lentinus, Sohn des Prudens, war eques der coh(ors) III Bat(avorum). In der fünften unvollständigen Zeile der Inschrift ist aber Germanus vex(illariusP) zu lesen (Anm. 51.). Ebenfalls aus Intercisa stammt ein fragmentarischer Grabstein (Anm. 52.), den ein möglicherweise [Dojnatus genannter Sohn als Erbe und eine Gefrjmaniu, in Wirklichkeit wohl Germania genannte coniux dem Vater gesetzt haben. Auf einem figuralen Grabstein in Aquincum (Anm. 53.) hat die nähere Bezeichnung des Ti(berius) Claudiufsj aller Wahrscheinlichkeit nach Ger(manus) geheissen. Dafür, dass der Zeilenanfang Ger die Endung von [Tunjger gewesen sei — wie bisher angenommen wurde — lassen sich keine Beweise anführen, da an Stelle des vorgeschlagenen Tun im Sinne der Inschrift afnn(orum)] stehen müsste. Als entscheidendes Kriterium gegen die Ergänzung Tunger spricht aber der Umstand, dass, wie wir feststellen konnten, vor Ger ein Punkt gesetzt war. Vielleicht noch I. Jh. Septimius Aistomodius ist auf einem Grabstein von Carnuntum als rex Germ(anorum) angeführt (Anm. 54.). M. Aur(elius) Flavus als germanischer Dolmetsch, interpres Gefrmanorujm off(icii) co(n)s(ularis) ist auf einem Sarkophag in Aquincum genannt Anm. 55.). Ein aus der Gegend von Brigetio (Környe oder Tata) stammender Sarkophag war für die Überreste der Victoria Verina bestimmt, die aus domu foro Hadrianensi (nach dem Corpus das heutige Voorburg) provincia Germania inferiori stammte (Anm. 56.). C. Dignius SecundianfusJ, der augustalis m(unicipii) Brig(etionis) war, wird auf einem Grabstein im Ung. Nat. Museum als natione Raet(us) angeführt (Anm. 57.). Auf einem (auf das Jahr 267 datierten) Altarstein in Aquincum opfern Clementius Silvius und Val(erius) Marcellinus hohe Würdenträger, municipes ex provincia Raetia dem Genius des Kaisers (Anm. 58.). Hier erwähnen wir die zwei auf die Kaufleute aus Köln, Agrippinenses Transalpini