Budapest Régiségei 14. (1945)

Járdányi-Paulovics István: Germán alakok pannoniai emlékeken 203-281

bezüglichen Inschriften aus Aquincum (Anm. 59.). Bin ebenfalls in Aquincum gefundener Stein wurde einem Reiter der legio II adiutrix gestellt, der kölnischer Herkunft : f. . . dom]o Cl(audia) Ara war (Anm. 60.). Stolz bekennt sich als römischer Bürger Francus in einer in rythmischer Form ge­schriebenen Inschrift von Aquincum (Anm. 61.). Thienemann versucht auf einer Inschrift von Aquincum einen verstümmelten Namen [AJmalogerfus] oder [ AJmalogerfnus] zu ergänzen und hält ihn auch gegenüber Hol­der, der für keltischen Ursprung eintritt, für germanisch. Dies erscheint umso wahr­scheinlicher, als die Inschrift als*Heimatsort des Soldaten domo Betau angibt. (Anm. 62—63.) Diese Inschrift lenkt unsere Aufmerk­samkeit auf die Truppenkörper, die von Kriegern germanischer Gebieten rekrutiert wurden. Das Bataverland des Mündungs­gebietes vom Rhein gab viele Truppen­körper, die auch in Pannonién und Dacien Rolle spielten. (Anm. 64-76.). * In Aquincum, bzw. Óbuda finden wir auch aus dem Mittelalter (um die Wende des XII. und XIII. Jahrhunderts) ein Stein­denkmal mit der auch aus anderen Denk­mälern bekannten Gestalt eines knieenden Germanen (Anm. 77.). Die mit einem Gürtel gebundene Hose tragende Gestalt hält — der Auffassung des mittelalterlichen Steinmetzen gemäss — in beiden Armen je einen runden Schild. Ansonsten sind die Form und alle Bewegungen des Rumpfes, des Hauptes und der Glieder schreiend antiken Charakters, und erwecken den Kindruck eines unterjochten Germanen. Nach Henrik Horváth ist die Darstellung der römischen Provinzialkunst entlehnt, und wurde wahrscheinlich nach einem Mus­ter verfertigt, das zu seiner Zeit einem ähnlichen Typ folgte, z. B. dem der Marcus­Säule. Die Darstellung habe übrigens einen apotropaischen Sinn und die Übernahme der klassischen Kiemente sei mit dem Geiste des spätromanischen Klassizismus zu erklären. Den pannonischen Zusammen­hang beweise auch der Umstand, dass in demselben Gebäude, mit völlig überein­stimmender Profilbildung, in sekundärer Placierung umgemetzte römische Altarsteine zugegen sind. Der Aufmerksamkeit des bewussten ungarländischen romanischen Klassizismus sind demnach selbst die anti­ken pannonischen Germanendarstellungen nicht entwichen. (Abb. 5a.). 2. Gegenstände aus Ton. Die Germanendarstellungen auf den in Hinsicht auf Material, Ausmasse und Be­stimmung viel bescheidenem Tondenk­mälern sind deshalb überaus bedeutsam, weil auf ihnen sehr häufig das Bild des Kaisers angebracht ist. Dieser Umstand ist nicht nur als Kriterium der Zeitbestimmung von Wichtigkeit. Die Tatsache, dass in wiederholten Fällen der dargestellte Kaiser ohne Zweifel Marc Aurel ist, die Szene selbst dessen Triumphzug nach dem Siege über die Germanen darstellt, dient zur handgreiflichen Fixierung jener Kreignisse, in Gefolge derer die westgermanischen Darstellungen in die­ser Gegend entstanden und Mode geworden sind. Zwei negative Kuchenformen in Aquincum (Abb. 6., 7a —b.). Wenn wir im Kaiser Marc Aurel vermuten, müssen wir in dem Barbaren einen Germanen erkennen. Das Gewand spricht eindeutig hiefür, auch der charakteristische Bart fehlt nicht, ja es scheint, als ob bei dem Germanen des schlechteren Kxemplars unter der Mütze auch ein hervorguckender Nodus zu sehen sei. (Anm. 78—79.). Neben dem Trophaeum des Triumphbogens und im Kreissegment unterhalb der Szene die Schilde, Pfeile, vor­nehmlich aber die Blasinstrumente : die Kuren sind ausgesprochen germanische Kriegsbeute. Kin anderer Typus der den Sieg über Barba­ren, Germanen symbolisierenden Kuchenfor­274

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