Budapest Régiségei 14. (1945)
Járdányi-Paulovics István: Germán alakok pannoniai emlékeken 203-281
geradezu klassische Einfügung der Köpfe der im Hintergrund dargestellten Germanen in das Bildganze) an die Spitze sämtlicher pannonischer Reliefwerke gestellt. (Anm. 25—29.) Epigraphisch war nach der Reinigung des Grabsteins deutlich zu lesen, dass das wichtige, verstümmelte Wort in der dritten Zeile — früher auch [QJuadis gemeint -— M ANIS lauten müsse, was nun ganz zweifellos nur [Ger] munis heissen kann. Die Lesung der Inschrift dürfte demnach lauten : Ael(io) Septimo opt(ioni) leg(ionis) I [ad(iutricis) , q'Jui desideratus est [bello cum Gerjmanis, qui vix(it) [ann(os) Der Charakter, die Struktur der ganzen Inschrift bestärkt uns in der Annahme, dass wir in dem Kenotaphium ein Denkmal aus dein quadisch-markomannischen Kriege vor uns haben. (Anm. 30.) An der Hose des »vornehmen« Germanen findet sich vorne in der Bauchgegend ein eigenartiger Schmuck. Dieser zeigt die Gestalt einer runden, konkaven Scheibe, deren Mitte ein Loch aufweist. Dieselbe Erscheinung begegnet uns bei einer Bronzestatuette im Museum Vindobonense, welche einen mit Nodus geschmückten Germanen mit nacktem Oberkörper darstellt. (Anm. 33.) Die Scheibe ist ein bezeichnender Überrest der urgermanischen Kleidertracht, die von Söphus Müller beobachtete, sog. Gürtelplatte. (Anm. 34—37.) Ein dem Virtus und dem Honor geweihter (aus Pécs stammender, nach Domaszewski nur verschleppter) Altar steht sicherlich gleichfalls mit den quadisch-markomannischen Kriegen Marc Aureis im Zusammenhang. (Abb. 3. Anm. 38—43.) Der Dedikant L. Ulpius Marcellus war Legat von Pannónia Inferior und sein Sitz war in Aquincum. Auf der einen Seite steht in voller Panzerrüstung ein römischer Krieger (nach Domaszewski Mars) und vor seinen Füssen eine liegende Figur. Es handelt sich um einen niedergesunkenen, sich auf den rechten Ellenbogen stützenden Barbaren, der zu dem Krieger hinaufblickt. An seinem im Profil wiedergegebenen Kopfe ist das dichte Haar und der typisch germanische Bart gut zu erkennen. Wenn die Ansicht Furtwänglers (Anm. 42.) zu Recht besteht : »wo wir Barbaren mit nackten Oberkörper und engen Hosen, mit vollem Bart und unbedecktem Kopfe finden, haben wir zunächst immer an Germanen zu denken«, so müssen wir in der niedergesunkenen Gestalt einen besiegten Germanen vermuten. Das wird auch dadurch bezeugt, dass bei ihm die germanische Haartracht, der Nodus auch ganz deutlich zu erkennen ist. Durch den Legaten M. Ulpius Marcellus ist der Altar in die Zeit der quadischen Kriege um 173 und 177 n. Chr. zu datieren. Neben Virtus und Honor wichtig ist die Anwesenheit der Victoria an der zweiten Nebenseite. Die Deutung der Szene eines in der Gegend des Balaton-Sees (in Felső Dörgicse) gefundenen Grabsteines (Abb. 4.) wird durch die Kuchenformen aus Aquincum bestätigt. (Anm. 44.) Unterhalb der Brustbilder erscheint zu Ross ein barbarentötender Held. Der sich über der hohen Stirne auftürmende dichte Haarbusch und der Charakter des ganzen Gesichts lässt an Lucius Verus oder Marcus Aurelius denken. Der vor ihm in die Knie gesunkene Barbar stützt sich mit seiner Linken auf einen ovalen Schild, während seine Rechte schützend gegen das Pferd ausgestreckt ist. Sein flehend zum Reiter aufblickender Kopf weist — wohl infolge der Ungeschicklichkeit des Steinmetzen — ein breites Gesicht und einen dichten Bart auf. An seiner Stirne ist das auch bei dem Relief von Szőny konstatierbare Stirnband ganz deutlich zu erkennen und, was noch wichtiger ist, an der rechten Schläfe sieht man auch den Nodus. Es unterliegt demnach keinem Zweifel, dass wir es auch hier mit einem germanischen Gegner zu tun haben. (Vergl. die westlichen Bildertypen z. B. im Museum zu Worms.) Auf einem Kalksteinfragment aus Aquiu) cum (zu einer kleineren aedicula gehörigist eine Reliefdarstellung zu sehen. (Abb. 5., 272