Budapest Régiségei 13. (1943)

ÉRTESÍTŐ - Auszüge = Estratti = Summaries 485-575

Häuser zeigte uns das römerzeitliche Niveau dieses Gebietes. In 20 m Entfernung von dem östlichen Rand des Trottoirs, der Donau zu, senkt sich das Niveau des lehmigen Bodens schon auf 4 m. Bei den Pundierungs­arbeiten der, auf die Uszálygasse blickenden Häuser mussten die Arbeiter schon 6 m tief gehen, um unter den neuzeitlichen Auf­führungen den festen römerzeitlichen Boden zu erreichen. Zweifellos erhob sich zur Zeit der Römer unter der östlichen Hausreihen der L,ajosgasse ein steiles Ufer, welches die Donau bei ihren Überschwemmungen er­reicht hat. Die oben erwähnten Krüge, die wir in die Schlammschichte eingebettet fan­den, wurden wahrscheinlich durch die Donau hierhergetrieben. So müssen wir die römische Strasse — wenigstens auf der Strecke zwi­schen Nagyszombatgasse — Zsigmond-Platz nicht unter dem Strassenkörper, sondern in der Nähe der westlichen Hausreihen suchen. Es ist noch zu bemerken, dass man bei den Pundierungsarbeiten der Häuser Lajosgasse 43—49 auch die Grundmauern aus dem XVIII. Jahrhundert stammender Mühlen ab­getragen hat. Die Soldatenstadt. Am südlichen Teil der canabae hat das Institut die schon früher, im Jahre 1935 begonnenen Ausgrabungen eines Amphitheaters in 1940—1941 beendet. (Über die früheren Ausgrabungen s.L. Nagy, Bp. R. XII, 1937. S. 273).Bis Juni 1940. wurde das, zwischen Viador- und Szőlőgasse befindliche Viertel des Zuschauerraumes des Amphi­theaters aufgedeckt, weiters der westliche, damals noch verkannte Tierkäfig. Die äussere Rundmauer des Zuschauerraumes blieb auf dieser Strecke in 3 m. Höhe verhältnismässig gut aufbewahrt. Bis zum 21. Dez. 1940 wurde auch der übriggebliebene Dreiviertelteil, wie auch die Arena ausgegraben. In sechs Monaten haben wir beinahe 48.000 m 3 Erde bewegt und täglich 200 Arbeiter und 100 Karren und Wagen beschäftigt. Wir muss­ten hauptsächlich neuzeitliches aus dem XVIII — XIX. Jahrhunderten stammendes Schuttmaterial und Mist entfernen, welches die 89-6x66-1 m grosse Arena in der Höhe von 4—4-5 m, die anderen, mehr vernich­teten Teile des Zuschauerraumes in der Höhe von ungefähr 3 m bedeckte. In 1941 und 1942 mussten wir nunmehr die einzelnen Details archäologisch bestimmen. Nach Be­endigung der Ausgrabungen stand vor uns das grösste Amphitheater der Donaugegend, in der Grösse von 131-9 x 108*4 m, mit klaren Grundrissen. (Abb. 12.) .. Das Amphitheater ist elliptisch und wurde in einer natürlichen römerzeitlichen Ver­tiefung erbaut. Die, in der Viadorgasse gefun­dene Inschrift, (V.Kuzsinszky, Aquincum. . . S. 180—81, Abb. 135.) wenn sie auch nicht zum Amphitheater gehört, bietet uns doch mittelbare Beweisgründe dafür, dass das Amphitheater während der 4. Konsulat des Antoninus Pius (154—161) von der legio II adiutrix erbaut wurde. Wie die anderen Amphitheater des Donauthales, gehört auch dieses zu den Erdamphitheatern. (Vgl. E. Dyggve, Recherches à Salone. III. Koflen­havn, 1936. S. 24 ff). Der Zuschauerraum nahm an der, um die Arena erhöhten Erd­masse Platz. Nur 24 U-förmige Mauerteile und die Wand des Podiums wurden aus Stein erbaut. Die zusammenlaufenden Arme der ersteren reichen nur bis zur Hälfte des Zuschauerraumes, wo der zweite Rundgang (praecinctio) lief. Nur bei den Haupteingän­gen und bei dem Tierkäfig laufen sie bis zur Brüstungswand. Diese hufeisenförmigen Wandteile (cunei) hatten innerhalb der Erd­masse eine bestimmte ordnende und hal­tende Rolle. Sie dienten als Unterlage für die Sitzreihen zwischen der zweiten und und dritten praecinctio und ebenfalls als Stützmauer der Wölbungen der Haupt- und Nebeneingänge und der Tierkäfige. Die Sitz­reihen zwischen dem ersten und zweiten Rundganges ruhten unmittelbar auf der Erdmasse. In dem Viertel zwischen Viador­und Pacsirtamezö-Gasse gingen diese Mauer­teile bis auf die letzte Steinreihe zugrunde. In den Fundamenten des cuneus Nr. 3. fanden wir in secundärer Verwendung das obere Bruchstück eines frühzeitigen Grab­steines. In der Mitte des Tympanons ist ein Medusenhaupt, zu beiden Seiten in der Ecke je ein Delphin sichtbar. Darunter war eine 541

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