Nyelvtudományi Közlemények 84. kötet (1982)
Tanulmányok - Veenker, Wolfgang: Konfrontierende Darstellung zur phonologischen Statistik der ungarischen und finnischen Schriftsprache 305
PHONOLOGISCHE STATISTIK 307 kurz umrissen werden: in Form einer üblichen Matrix werden für die Konsonanten in vertikaler Anordnung die Artikulationsarten angeführt und mit einer Ziffer numeriert (also A-l, A-2 = explosivae, A-4 = fricativae, A-5 = affricatae usw.), in horizontaler Anordnung die Artikulationsstelle und die Sonorität (BC-11 = labial stimmlos, BC-12 = labial stimmhaft usw.); aus einer Dreiziffernkombination (ABC) ist also eine einheitliche und eindeutige An- und Zuordnung der Phoneme — sofern ihr Status klar ist — möglich, und zwar in einer für alle uralischen Sprachen einheitlichen Form (daß hierbei phonetische Nuancen unterdrückt werden, bedarf kaum der Erwähnung; erweisen sich diese für einen besonderen Untersuchungszweck als notwendig, so kann dies in Form von Zusatzziffern oder Anmerkungen geschehen; auch ist natürlich evident, daß ein phonologisches »Symbol« wie etwa /s/ in verschiedenen Sprachen durchaus unterschiedlichen Status haben kann). Im Bereich des Vokalismus ist die eindeutige Zuordnung schwieriger; die Einordnung der einzelnen Vokalphoneme in die entsprechenden »Kästchen« gemäß Artikulationsart (Zungenstellung, Öffnungsgrad), Lippenrundung, Artikulationsstelle (Reihe) und Quantität ist nicht immer problemlos. Doch kann auch hier eine numerische Anordnung die Zusammenhänge verdeutlichen, zumindest auch für die Studenten und für mit der jeweiligen Sprache weniger Vertraute. Auf diese Weise läßt sich mit Hilfe von zwei (bzw. drei) Tabellen das Inventar gut und gleichartig beschreiben und reicht für einen groben Vergleich aus. Das neue daran ist die numerische Identifizierung, die verschiedene Ordnungen ermöglicht, und das für alle uralischen Sprachen einheitliche System. 5. Zerlegt man die Phoneme in ihre »atomaren« Bestandteile, so können mit Hilfe moderner Methoden weitere Mikrovergleichungen nach Bestimmung der distinctive features durchgeführt werden, dies ist, soweit möglich, ebenfalls (künftighin) vorgesehen.10 6. In diesem Beitrag möchte ich wie in den übrigen für die anderen uralischen Sprachen zeigen, daß auch mit den herkömmlichen Mitteln u. U. weitere Erkenntnisse zur Abklärung der lautlichen Verhältnisse zunächst im synchronen Bereich gewonnen werden können, vorausgesetzt, daß das zu Vergleichende zunächst auch in vergleichbare Materialien umgesetzt wird, die nach Erarbeitung mit obwaltender Vorsicht auch auf frühere Sprachstufen und auf die diachrone Betrachtungsweise ausgedehnt werden sollen. Ich denke hierbei an die phonologische Statistik, Distribution und Kombinatorik, wobei durch eine exakte Ausarbeitung ersterer schon eine beträchtliche Vorarbeit zu letzteren beiden geleistet werden kann. 7. Nachdem ich meine nach einheitlicher Methode für eine Reihe finnougrischer Sprachen ermittelten Zähl- und Interpréta tiorssergebnisse bereits publiziert habe,11 scheint es mir zweckmäßig, die entsprechenden Ergebnisse io Vgl. die Referate des Berliner Symposions über Phonologische Analyse der uralischen Sprachen, Berlin, 17—20. September 1974. Akad. d. Wiss. d. DDR, Zentralinstitut für Sprachwissenschaft, Linguistische Studien. Reihe A, Arbeitsberichte 22, Berlin 1975. 11 W. VEENKER, Zur phonologischen Statistik der komiperm jakischen Sprache. Finnisch-TJgrische Mitteilungen 3 (Hamburg 1979): 13—27. — W. VEENKEB, Zur phonologischen Statistik der vogulischen Sprache. In: Festschrift für Wolfgang Schlacht er 1*