Múzeumi műtárgyvédelem 17., 1987 (Központi Múzeumi Igazgatóság)
Néprajzi tárgytípusok kialakulásáról és restaurálásáról - Csiszár Teréz: Festett menyasszonyi láda restaurálása
CSISZÁR, Teréz Restaurierung einer bemalten Brautruhe - Zusammenfassung Wahrend der Restaurierung der in der Studie behandelten Truhe wurde deutlich, dass sie mit aus zwei Epochen stammenden Farbschichten überzogen war. Restaurator und Museologe entschieden sich dafür, nur die obere, d.h. spätere Schicht und diese nur von einem Teil, nur von einer Seite der Truhe zu entfernen. So kann der Museumsbesucher an einem Gegenstand die Veränderungen der Verzierungsstile und Farbtechniken beobachten. Nach kurzer Schilderung von Funktion und Herstellungstechnik der Brauttruhe macht uns die Verfasserin mit dem Vorgang der Restaurierung bekannt. Die Übermalung wurde mit Toluol und Dimethylformamid entfernt, die fehlenden Farbstellen durch leimhaltige Kreide bzw. durch das Grundierungsmittel Gesso polymer ersetzt, anschliessend nach Austrocknung und Glättung mit wässriger Tempera in Schraffurtechnik retuschiert. Die bemalten Flächen wurden mit einer 2-5% Toluollösung von Paraloid B 72 überzogen. Die beschädtigten Teile wurden durch das Epoxiharz Araldit SV 427 (+ HY 427 1:1) ergänzt, mit Ausnahme der grösseren fehlenden Stücke der Randleiste, die durch dem Original entsprechenden Eichenmaterial ersetzt wurden. Die Ergänzungen wurden mit in Alkohol gelöster Nussbeize gefärbt. Zum Kleben verwendete sie den Klebstoff Rakoll (österreichisches Produkt auf Polyvinylazetatbasis). Die Eisenbeschläge und das Schlossteil wurden in Antireve (inhibitorenhaltiges Produkt auf Phosphor- und Schwefelsäurebasis) gereinigt, dann wurde eine Passivierung mit 10%-iger Phosphorsäure vorgenommen. Die Eisenteile wurden mit Szilo- rol M (silikonölhaltig, auch mit metallpassivierenden Zusatzmittel) Schutzschicht überzogen. Es fehlte an der Truhe ein Eisenscharnier, dies liess sie von einem Schmiedemeister hersteilen. 146