Mitteilungen des Österreichischen Staatsarchivs 52. (2007)
SCHARR, Kurt: Österreichische Archivalien in der Ukraine (Galizien und der Bukowina)
Rezensionen inhaltliche Bündelung gewünscht haben, etwa durch Konzentration des historiographiegeschichtlichen Rückblicks auf die Entwicklung des Instituts und seiner Forschungsschwerpunkte. Michael Hochedlinger Feigl Helmuth (Hrsg.): Briefe aus dem Nachlass des „Bauembefreiers“ Hans Kudlich (1823-1917). Beihefte zum Jahrbuch der Schlesischen Friedrich-Wilhelms-Universität zu Breslau 12. Scripta Mercaturae: St. Katharinen 2002. 2 Teile, 635 S. Die Sammlung von 275 Briefen und Schriften aus dem Nachlass des „Bauembefreiers“ Hans Kudlich, die durch glückliche Umstände in das Niederösterreichische Landesarchiv gelangt sind und vom langjährigen ehemaligen Direktor vorbildlich ediert vorliegen, sind ein wahrer Quellenschatz. Es war richtig und wertvoll, in die Edition auch 20 Briefe Kudlichs aus einer älteren ungedruckten Prager Dissertation aufzunehmen, die wahrscheinlich 1945 verloren gegangen sind. Insgesamt sind rund 240 Briefe an und über 50 Briefe und Schriftstücke von Kudlich nachzulesen. Wer Neues über jenes Ereignis erwartet, dessentwegen Kudlich in die österreichische Geschichte eingegangen ist, nämlich seinen Antrag im Reichstag über die Robotaufhebung, wird enttäuscht. Man findet nur Hinweise, dass das Thema in der Zeit lag. Kudlichs Verdienst lag vor allem darin, es als erster vorgebracht zu haben. Er selbst macht sich später Vorwürfe, nicht entschiedener für die entschädigungslose Robotaufhebung gekämpft und sonst wenig zu den politischen Auseinandersetzungen beigetragen zu haben (S. 525). Briefe Kudlichs aus dem Schlüsseljahr ab März 1848 gibt es keine. Der Zugewinn aus dieser Briefsammlung liegt vielmehr erstens im Bereich der Familien-, Sozial- und Frauengeschichte und zweitens im Biographischen, indem wir ein recht plastisches Bild von der Entwicklung des Adressaten bzw. Schreibers vom talentierten aber nicht sehr zielstrebigen Bauernstudenten zu einem gereiften und politisch gesehen entschieden demokratisch-radikalen Deutschamerikaner erhalten. In der Tat erzählen und erhellen die Briefe in einem weiten Bogen von 1834 bis 1913 ein volles, bewegtes Menschenleben reich an Kontakten und Beziehungen. Auf drei Schwerpunkte sei hingewiesen. Der erste ist ein familiengeschichtlicher. Wir erfahren mit staunenswerter Dichte vom Leben und Denken einer schlesischen eher wohlhabenden Bauemfamilie aus der Mitte des 19. Jahrhunderts. Überraschend der tiefe, liebevolle Familiensinn, der den schreibenden Geschwistern 353