Mitteilungen des Österreichischen Staatsarchivs 52. (2007)

REBITSCH, Robert: Der kaiserliche Feldzug in das Herzogtum Holstein im Jahre 1644

Robert Rebitsch nämlich von Seiten des Kaiserhofes die Rolle eines - natürlich nicht neutralen - Mediators1' zwischen Reichsoberhaupt und der Krone Schwedens zugedacht, ohne jedoch großartig auf die dänischen Forderungen einzugehen. „Profitieren ohne dabei zuviel zu investieren“ war durchaus eine diplomatische Maxime des Kaiserhofes. Dennoch war die Rolle des Mediators eine von Christian IV. schon seit einiger Zeit selber gesuchte. Selbstverständlich war es die Absicht des Dänenkönigs, der wiederum mit Hilfe Ferdinands III. die Macht Schwedens schwächen wollte, seine Schützenhilfe für Wien nicht zu billig anzubieten. An der Donau hielt man sich zudem die Option eines Offensivbündnisses mit den Dänen gegen das aggressive, skandinavische Königreich der Vasa offen. Ziel der habsburgischen Politik war es dabei, die politische und militärische Macht der Schweden zu schwächen und dadurch eine bessere Ausgangslage in den Friedensverhandlungen zu erreichen oder überhaupt einen für die Kaiserlichen günstigen Separatfrieden zu schließen.12 Die Feldoperationen und die erst beginnenden Verhandlungen in Westfalen standen natürlich in einer wechselseitigen Kausalität. Je erfolgreicher die militärischen Feldzüge verliefen, desto besser wurde die Ausgangsposition bei den kommenden, als äußerst zäh einzustufenden V erhandlungen.11 12 13 Rystad, Göran: Dominium maris Baltici - dröm och verklighet: Sveriges freder 1645-1661 (= Skrifter utgivna av Riksarkivet 13. Stockholm 1999) und neuerdings Öhman, Jenny: Schwedens Weg aus dem Dreißigjährigen Krieg - Zwischen Subsidien und Separatfrieden 1634- 1644. Kriegsziele und Friedenschancen. Phil. Diss. Wien 2004, S. 213-224. 11 Zu dieser Thematik vgl. Lorenz, Gottfried: Die dänischen Friedensvermittlungen beim Westfälischen Friedenskongress, ln: Forschungen und Quellen zur Geschichte des Dreißigjährigen Krieges. Hrsg, von Konrad Repgen (= Schriftenreihe der Vereinigung zur Erforschung der Neueren Geschichte 12. Münster 1981), S. 31-61; Dickmann, Fritz: Der Westfalische Frieden. Münster 19724. S. 79, S. 104, S. 199 und S. 120-124; Lockhart, Paul Douglas: Denmark in the Thirty Years- War, 1618-1648. King Christian IV and the Decline of the Oldenbourg State. London 1996, S. 248-256; sowie Bregnsbo, Michael: Denmark and the Westphalian Peace. In: Heinz Duchhardt (Hrsg.), Der Westfälische Friede. Diplomatie - politische Zäsur - kulturelles Umfeld - Rezeptionsgeschichte (= Historische Zeitschrift Beiheft Neue Folge 26. München 1998), S. 361- 367. 12 Zur kaiserlichen Politik gegenüber Dänemark vgl. Mecenseffy, Grete: Im Dienste dreier Habsburger. Leben und Wirken des Fürsten Johann Weikhard Auersperg (1615-1677), in: Archiv für österreichische Geschichte 114 (1938), S. 297-509, hier S. 320-327 (und als Sonderdruck der Akademie der Wissenschaften in Wien. Philosophisch-historische Klasse. Wien und Leipzig 1938) und Ruppert, Karsten: Die kaiserliche Politik auf dem Westfalischen Friedenskongress (1643- 1648), (= Schriftenreihe der Vereinigung zur Erforschung der Neueren Geschichte 10. Münster 1979), S. 42-64. Zu den Friedensverhandlungen von Münster und Osnabrück vgl. den Klassiker von D i c k m a n n, Fritz: Der Westfalische Frieden. Mit einen Vorwort von Konrad Repgen. Münster 19987; neuerdings die Beiträge in Duchhardt, Heinz (Hrsg.): Der Westfälische Friede. Diplomatie - politische Zäsur — kulturelles Umfeld - Rezeptionsgeschichte. Redaktion Eva Ortlieb (= Historische Zeitschrift, Beiheft, Neue Folge 26. München 1998) und den Ausstellungskatalog Krieg und Frieden in Europa. Hrsg, von Klaus Bußmann und Heinz Schilling, 1648, (Münster/Osnabrück 24.10.1998-17.1.1999). 34

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