Mitteilungen des Österreichischen Staatsarchivs 51. (2004)

DEUSCH, Engelbert: Ein Versuch die österreichische Protektion auf das Fürstentum Montenegro auszudehnen

Engelbert Deusch Der Geheimfond - der Wille des Kaisers und servile Minister Außerdem erhielt Mamula für die Montenegriner zweimal je 50 000 Gulden in Silberzwanzigern als geheimen Reservefond für Cattaro (Kotor) und für Ragusa (Dubrovnik). Für die Bewohner der Insel Lissa (Vis), die durch Hungersnot und Typhus hart bedrängt waren, bewilligte der Kaiser zur Abwehr der schreiendsten Not außerdem 6 000 Gulden aus der dortigen Finanzlandeskassa.37 Über die Ausgaben des Betrages von 100 000 fl in Silber CM (= 105 000 fl ö.W.38), die Baron Mamula über Anweisung vom 18. Jänner 1853 erhielt, musste der Baron nur der General adjutantur Rechenschaft geben; über die Herkunft des Geldes war der Baron nicht unterrichtet. Im Jahre 1853 wurden 26 500 fl CM, 1854: 5 814 fl, 1855: 900 fl ausgegeben. Im Jahre 1861 berichtete Mamula zum ersten Mal dem Staatsminister Ritter v. Schmerling.39 Ende Juli 1862 waren noch 48 000 fl. österr. Währung vom ursprünglichen Verlag vorhanden, bis Ende Sept. 1863 wurde die Summe von mehr als 31 000 fl verausgabt, im Jahr 1864 ist der Rest auf 8 000 fl gesunken.1863 hat sich Baron Mamula an den österreichischen Außenminister Graf Rechberg gewandt, um 20 000 fl für seinen Fond zu bekommen, um Geld im Interesse der Politik Österreichs in der Hercegovina und Albanien verteilen zu können. Kaiser Franz Joseph gab dem Außenminister zuerst einen mündlichen und am 7. November 1863 einen schriftlichen Auftrag, die von Mamula gewünschten Summen zu überweisen, sofern sie disponibel werden. Außenminister Graf Rechberg40 konnte diesen Betrag in seinen geheimen Fonds, die für 1863/64 mit 80 000 fl veranschlagt waren, nicht mehr unterbringen. Finanzminister v. Plener41 wollte Mamulas 30. I. 1853 sehr dringend, Konzept; Notiz vom 31. I.: Coronini verfügte die Absendung von 20.000 Portionen Zwieback von Triest, nächster Transport am 3. II. 37 Kriegsarchiv Wien: MKSM 1853 Nr. 222. Ö.W.= österreichische Währung in Scheidemünzen oder Papiergeld. 39 Schmerling, Anton, Ritter von (1805-1893), Reichsminister des Äußern 15. VI1.-15. XII. 1848, dann österr. Bevollmächtigter in Frankfurt a. Main bis April 1849, österr. Justizminister 28. VI. 1849-23. I. 1851, dann Senatspräsident des Obersten Gerichtshofes, dann Präsident des Oberlandesgerichtes in Wien 1858, Staatsminister 15. XII. 1860-27. VI. 1865, dann Präsident des Obersten Gerichtshofes. Redlich, Joseph: Kaiser Franz Joseph von Österreich. Berlin 1929, S. 487. 40 Rechberg und Rothenlöwen , Johann Bernhard, Graf (1806-1899), österr. Internuntius in Konstantinopel 1851, dann Adlatus für Zivilangelegenheiten des lombardisch-venetianischen Königreiches 1853, Bundespräsidialgesandter zu Frankfurt a. Main 1855, dann Minister des Äußern 17. V. 1859-27. X. 1864, zugleich Ministerpräsident 21. V. 1859-20. X. 1860. Redlich, Joseph: Kaiser Franz Joseph von Österreich. Berlin 1929, S. 486. 41 Plener Ignaz von, (seit 1907 Freiherr) (1810- 1908), Mitglied des Reichsrates 1859, österr. Finanzminister 23. IV. 1860-27. VII. 1865; Handelsminister 30. XII. 1867-12. IV. 1870, zugleich provisorischer Ministerpräsident 15. I.-3. II. 1870, dann Abgeordneter und seit 1873 Herrenhausmitglied. Redlich, Joseph: Kaiser Franz Joseph von Österreich. Berlin 1929, S. 485. 156

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