Mitteilungen des Österreichischen Staatsarchivs 49. (2001) - Quellen zur Militärgeschichte – 200 Jahre Kriegsarchiv

JIRÁSKOVÁ, Alena: Die k. (u.) k. Militärakten im Militärarchiv Prag

Alena Jirásková Privatleben (Eheschließungen, Geburten von Kindern, Pensionierungen, Todesfäl­le) und vor allem alle Veränderungen während des Militärdienstes (Beförderungen usw.)- Die Grundbuchblätter sind im VHA nach den Geburtsjahren der Soldaten geordnet und umfassen die Jahre 1775 bis 1910. Die erste Gruppe (Geburtsjahrgänge 1775-1864) ist nur sehr fragmentarisch vor­handen. Mache älteren Jahrgänge fehlen zur Gänze. Die erhaltenen Grundbuch­blätter aus dieser Zeit sind in 442 Kartons hinterlegt. Eine unvergleichlich größere Sammlung steht den Forschem im Wiener Kriegsarchiv zur Verfügung. Demge­genüber ist die folgende Zeitspanne (Geburtsjahrgänge 1865-1886) mit reichen Serien vertreten (z. B. für das Jahr 1873 - 551 Kartons, für das Jahr 1879 - 787 Kartons). Leider erschweren Mängel der alphabetischen Ordnung die Suche nach einzelnen Personen. Die Grundbuchblätter der Jahrgänge 1887-1898 wurden auf Grund einer laienhaften archivalischen Beurteilung noch von der Übergabe an das VHA Großteils skartiert. Es blieb nur eine Serie von Grundbuchblättem der Offi­ziere und von bedeutenden Persönlichkeiten erhalten (im Ganzen 228 Kartons). Die Grundbuchblätter aus der Zeit nach 1910 sind im Militärarchiv in Tmava (Slowakische Republik) hinterlegt. Nach dem Jahre 1950, erst nach Aufhebung der Militärseelsorge in der tschecho­slowakischen Armee, ist der Sammelbestand von Militärmatrikeln entstanden. Die Sammlung ist unvollständig. Einige Matrikeln sind nicht erhalten, einige sind lückenhaft. Die Kollektion enthält Bücher mit Eintragungen über Geburten, Tau­fen, Trauungen und Sterbefalle. Die Matrikeln sind bei den Truppen, größeren Garnisonen, Gamisonsspitalen, fnvalidenhäusem und Feldsuperioraten entstanden. Zu den kleineren aber interessanten Beständen gehört z. B. der Bestand ,, Zentralverein zur Erhaltung der Kriegerdenkmale in Böhmen “ (Zeitspanne 1891- 1919). Das Schriftgut dient auch als indirekte Quelle zur Geschichte des preußisch­österreichischen Krieges 1866 und bringt auch Informationen über Tätigkeit dieses Vereins. Mit dem Namen ,,Napoleonika“ ist eine Kollektion von handschriftlichen und gedruckten Dokumenten aus der Zeit der Napoleonischen Kriege, seltener aus der Periode der französischen Revolution bezeichnet. Dokumente (nur 1 Karton) stammen aus den Jahren 1792-1815. Es handelt sich dabei um verschiedene Lage­berichte, Befehle und Proklamationen. Außer den oben erwähnten Materialien des gemeinsamen Heeres befinden sich im VHA auch Bestände der Landwehr und des Landsturmes. Dieses Schriftgut ist aber nur sehr fragmentarisch erhalten. Trotzdem kann man darin interessante Be­stände finden, unter anderem Akten des Ministeriums für Landesverteidigung und verschiedener Landwehrgerichte. 488

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