Mitteilungen des Österreichischen Staatsarchivs 49. (2001) - Quellen zur Militärgeschichte – 200 Jahre Kriegsarchiv

ČORDÁŠOVÁ, Silvia: Schriftstücke der k. u. k. Armee im Militärhistorischen Archiv in Trnava

SCHRIFTSTÜCKE DER K. U. K. ARMEE IM MILITÄRHISTORISCHEN ARCHIV IN TRNAVA von Silvia Cordásová (Tyrnau - Trnava) Die neue gesellschaftspolitische Situation, die aus der Teilung der Tschechischen und Slowakischen Föderativen Republik resultierte, die nachfolgende Entstehung der selbstständigen Slowakischen Republik (SR) am 1. Januar 1993 und der damit eng verbundene Bau der Armee der Slowakischen Republik forderten die Errich­tung des Militärhistorischen Archivs (MHA) in Trnava. Die grundlegende Voraus­setzung der Entstehung des MHA war aber die erfolgreiche Durchführung einer Delimitation der Archivfonds aus dem Militärhistorischen Archiv in Prag. Das MHA Trnava entstand am 1. Mai 1994 als ein Bestandteil des Militärhistori­schen Instituts in Bratislava. Somit verbreiterte sich das Netz der Staatsarchive in der Slowakei, und in ihrem Rahmen reihte sich MHA Trnava zu den Archiven von besonderer Bedeutung ein. Innerhalb des Archiv- und Registraturdienstes des slo­wakischen Militärsystems hat das MHA die Stellung eines Endarchivs.1 Für die Forschungszwecke wurde das Archiv am 3. Mai 1995 offiziell zugänglich. In den Depots des MHA sind etwa 3 km von Schriftstücken deponiert, die die Militärge­schichte der Slowakei und des slowakischen Volkes dokumentieren. Das MHA ist in Räumlichkeiten auf dem historischen Gelände der Universitas Tyrnaviensis untergebracht, das nach ihrem Umzug nach Buda (Ofen) zum Sitz verschiedener Militärverbände und -einrichtungen wurde.2 Das MHA sammelt, schützt und bearbeitet die militärarchivalischen Fonds, die mit Armeeteilen Zusammenhängen, die in verschiedenen geschichtlichen Zeitab­schnitten auf dem Gebiet der Slowakei zu wirken hatten, und macht diese Fonds den Forschem aus der Slowakei sowie aus dem Ausland zugänglich. Das älteste im MHA deponierte Schriftstück stammt aus dem Jahre 1621, die jüngsten hier ver­1 Gesetz des Nationalrates der Slowakischen Republik Nr. 149/1975 GB über das Archivwesen laut der nachstehenden Verordnungen. 2 Die Universitas Tyrnaviensis hatte in diesem zweckmäßig erbauten Objekt in den Jahren 1635 1777 ihren Sitz. Am bekanntesten von allen Militäreinrichtungen, die nach dem Umzug der Uni­versität hier ihren Sitz hatten, war das Militärinvalidenhaus Trnava, das erst im Juni 1919 von Trnava nach Josefov in Böhmen übersiedelt wurde. Nach dieser Institution wird das Objekt auch heute noch „Invalidenhaus“ genannt. Das Objekt ist auch dadurch bekannt, weil es der Sitz der Garnison Trnava war, die sich als die einzige der westslowakischen Garnisonen im August 1944 dem Slowakischen Nationalaufstand anschloss. Mitteilungen des Österreichischen Staatsarchivs 49/2001 489

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