Mitteilungen des Österreichischen Staatsarchivs 48. (2000)
TELESKO, Werner: Die Seitenbilder der Marienkirche in Sulz im Wienerwald. Ein Beitrag zur Frömmigkeitsgeschichte im maria-theresianischen Zeitalter
Die Seitenaltarbilder der Marienkirche in Sulz im Wienerwald Wahl der Heiligennamen auf das Herrscherpaar hin20. In dem erwähnten Plan im Haus-, Hof- und Staatsarchiv in Wien wird unter anderem angeführt: Nr. 5: Altare di S. Teresa posto di nuovo. / Nr. 6: Altare di S. Fran.co Regis eretto di nuovo. Nr. 13: Altare di S. Fran.co Saverio. Die Angaben in Bezug auf die Altäre zu Ehren der hl. Theresia von Avila OCarm und des hl. Franz Regis SJ beziehen sich offensichtlich auf die neu errichteten und in der Kirche von Laxenburg aufgestellten Altäre. In der Legende zum Altar zu Ehren des hl. Franz Xaver SJ fehlt hingegen ein entsprechender Hinweis auf eine Neuerrichtung. Dabei kann jedoch als sicher angenommen werden, dass die unter Nr. 5 (,Altare di S. Teresa posto di nuovo.“) und Nr. 6 (,Altare di S. Fran.“ Regis eretto di nuovo.“) angeführten Altäre (samt den dazugehörigen Altarbildern) als die heute in der Pfarrkirche von Sulz befindlichen Seitenaltäre und somit als die ehemaligen kleineren Seitenaltäre der Pfarrkirche von Laxenburg zu bezeichnen sind. Der im Plan unter Nr. 6 gegebene Hinweis auf den Heiligen Franz Regis ist insofern irreführend, als auf Grund der Ikonographie des Gemäldes eine Verwechslung mit Nr. 13 (Franz Xaver) vorliegen dürfte. Da auch die Pfarrchronik von Sulz von einem Altar „zu Ehren des hl. Franz Xaver“ spricht und das heute in der Kirche von Sulz befindliche Gemälde auf Grund ikonographischer Merkmale eindeutig den hl. Franz Xaver darstellt, darf wohl davon ausgegangen werden, dass unter Nr. 13 der Altar des hl. Franz Regis verstanden werden muss. Dies würde insofern gut zum ehemaligen Gesamtprogramm in Laxenburg passen, als das Pendant zum hl. Franz Regis (als großer Seitenaltar) der Hauptaltar mit der Darstellung des hl. Tor- rellus gewesen wäre und der hl. Franz Regis - ebenso wie der hl. Franz Xaver - in der Wertschätzung des Kaiserhauses hoch im Kurs stand. Unter Joseph II. wurde die Inneneinrichtung der Laxenburger Kirche radikal verändert. 1783/1784 wurde die Inneneinrichtung der Kirche von Laxenburg einer grundlegenden Veränderung unterzogen21: Die kleinen Seitenaltäre zu Ehren von Franz Xaver und Theresia von Avila entfernte man gänzlich. Die Bilder der “großen Seitenaltäre (hl. Franz Regis und hl. Anna) wurden ausgetauscht22 23. Die „alten Gerätschaften“ der Kirche wie Kanzel, Seitenaltäre, silberne Krone und Szepter des Marienbildes verkaufte man nach öffentlicher Ankündigung (Laxenburg, Pfarrar- chiv, Kirchenrechnungen, 1784 und 1785)21. Da 1773 der Jesuitenorden aufgehoben wurde, galten dessen Heilige als „unmodern“24. Manches deutet darauf hin, 20 Springer: Laxenburg - Festschrift und Kirchenführer, S. 14; Springer: Pfarrkirche Laxenburg, S. 14. 21 Springer: Pfarrkirche Laxenburg, S. 14; Springer: Laxenburg-Chronik-Bilder-Dokumente, S. 68. 22 Ebenda. 23 Ebenda. 24 Springer: Laxenburg - Festschrift und Kirchenführer, S. 14; Springer: Pfarrkirche Laxenburg, S. 14. 383