Mitteilungen des Österreichischen Staatsarchivs 48. (2000)
TELESKO, Werner: Die Seitenbilder der Marienkirche in Sulz im Wienerwald. Ein Beitrag zur Frömmigkeitsgeschichte im maria-theresianischen Zeitalter
Werner Telesko Poppi im Hochaltargemälde (von Johann Karl Auerbach, f 1788)'1 und des hl. Franz Regis SJ auf den persönlichen Wunsch des Herrscherhauses zurückgeht. Der hl. Franz Regis wurde in Lothringen und der hl. Torellus besonders in der Toskana verehrt11 * * 14. Die Bedeutung des hl. Franz Regis ist auch aus einer Zustimmung der Kaiserin zu einer Rangerhöhung des Festes des Heiligen ersichtlich, die am 6. März 1760 erfolgte15. Mit dem hl. Franz Regis und dem hl. Torrellus wird somit gleichsam das alte (Herzog von Lothringen, 1729-1737) und das neue Herzogtum (Großherzog von Toskana, 1737-1765) von Kaiser Franz I. Stephan16 zitiert. Lothringen war das Stammland seiner Familie, das er 1736 auf französischen Druck gegen die Toskana eintauschte17. Ob sein Tod am 18. August 1765 den konkreten Anlaß zur Veränderung der Inneneinrichtung gab"1, muss offen bleiben. Die Einrichtung der Kirche, die auch die Rahmung und Altartisch der beiden heute noch erhaltenen Seitenaltäre umfasste, wurde unter der Leitung von Nikolaus Pacassi durchgeführt19. Wie später in der Aufstellung in der Pfarrkirche in Sulz deuten die einander gegenüberliegenden Altäre des hl. Franz Xaver und der hl. Theresia von Avila in der 11 Die entsprechenden Rechnungen aus dem Jahr 1767 erwähnen Tischler, Stukkateure und Vergolder. Siehe: Springer: Pfarrkirche Laxenburg, S. 10, 14; Dieselbe: Laxenburg-Chronik- Bilder-Dokumente, S. 66. Die Quellen sind zitiert bei: Fleischer, Julius: Das kunstgeschichtliche Material der geheimen Kammerzahlamtsbücher in den staatlichen Archiven Wiens von 1705 bis 1790. Wien 1932 (Quellenschriften zur barocken Kunst in Österreich und Ungarn 1; Abhandlungen des Kunsthistorischen Institutes der Pázmány-Universitat in Budapest 12), S. 111-113, Nr. 454 (Juni 1767), 467 (Dezember 1767), 472 (Dezember 1767). 14 Springer: Laxenburg-Chronik-Bilder-Dokumente, S. 68; zur Ikonographie des hl. Torellus: Biblioteca Sanctorum, hrsg. vom Istituto Giovanni XX11I della Pontificia Universitá Lateranense. Bd. 1-12. Roma 1969, Bd. 12, Sp. 625 f. (Giorgio Picasso); Lexikon der christlichen Ikonographie, begr. von Engelbert Kirschbaum SJ, hrsg. von Wolfgang Braunfels. Bd. 1-8. Rom-Freiburg/B.-Basel-Wien 1976 (Reprint Ebenda, 1990, 1994), Bd. 8, Sp. 496 f. (Alfred A. Stmad). 15 Flollerweger, Elans: Die Reform des Gottesdienstes zur Zeit des Josephinismus in Österreich. Regensburg 1976 (Studien zur Pastoralliturgie I), S. 55; Anm 16. 16 Grundsätzlich zu Franz Stephan: Hennings, Fred: „Und sitzet zur linken Hand“. Franz Stephan von Lothringen, Gemahl der selbstregierenden Königin Maria Theresia und römischer Kaiser - Biographie. Wien 1961; Tromballa, Theophil: Franz Stephan von Lothringen und sein Kreis. Beiträge zur Kulturgeschichte des Hauses Habsburg-Lothringen. Diss. Wien 1953, S. 157-177 (zur Kunstpolitik); Z ed i n ger, Renate: Hochzeit im Brennpunkt der Mächte: Franz Stephan von Lothringen und Erzherzogin Maria Theresia. Wien-Köln-Weimar 1994 (Schriftenreihe der Österreichischen Gesellschaft zur Erforschung des 18. Jahrhunderts 3). 17 Springer: Laxenburg-Chronik-Bilder-Dokumente, S. 68. 18 Ebenda,S.66. 19 Ebenda,S.68. 382