Mitteilungen des Österreichischen Staatsarchivs 48. (2000)

AGSTNER, Rudolf: Österreichische Konsulate in der Schweiz

Rudolf Agstner Militärattaches in Bem, Oberst i.G. William von Einem, dem Generalkonsulat im Mai 1916 als „kommerzieller Berater“ zugeteilt, da er „bei Eruierung der sich in Zürich aufhaltenden Irredentisten sehr wertvolle Dienste“ leistete.50 51’ Später wurde für ihn die „Pressestelle Zürich“ geschaffen; tatsächlich leitete Ing. Rasim jedoch unter dem Decknamen „Huber“, „Heim“ und „H/2“ ein weit verzweigtes Agenten­netz in Italien, das neben Spionage und Sabotage auch zahlreiche Propaganda - Aktionen durchführte.51 Im September 1915 bemängelte Generalkonsul Maurig, dass das Generalkonsulat unter Generalkonsul von Lippert wegen der seinerzeit bestehen­den Wohnungsnot an der Peripherie der Stadt Zürich untergebracht, ganz außer Berüh­rung mit dem kommerziellen Zentrum. Diese Lage hat viele Unzulänglichkeiten zur Folge, welche unter dem Drange der Geschäfte seit Kriegsausbruch besonders fühlbar waren.52 Maurig fand eine „im Zentrum der Stadt gelegene, nach Räumlichkeiten geeig­nete Wohnung im zweiten Stock der „Denzler“-Häuser, in der Rämistraße Nr. 7 [...]“. Die Wohn- und Geschäftshäuser Rämistraße 3-7 und Limmatquai 2 und Torgasse 2-8 waren ab 1909 vom Bauherrn David Denzler & Co. einheitlich mit Jugendstilfassaden errichtet worden und waren als „Denzler-Häuser“ bekannt. Am 1. Oktober 1915 mietete Maurig um 4 500 Franken jährlich (für die Dauer des Krieges - nach Kriegsende 5 500 Franken) von der Firma Denzler & Co. den „ganzen zweiten Stock im Hause Rämistraße 7 (elf Zimmer, großer Korridor, 1 WC, 2 Closetts) und eine Mansarde im 5. Stock“. Die großzügige Kanzlei war schon bald wieder zu klein, und am 23. Januar 1916 mietete Maurig von der Fa. Denzler 4 - unmittelbar anschließende - Zimmer im 2. Stock des Hauses Rämi­straße 5, die im Februar 1916 bezogen wurden; schon am 4. Februar 1916 wurden zwei weitere Zimmer im 1. Stock des Hauses Rämistraße 7 gemietet, die am 1. April 1917 bezogen wurden. Abb. 2: Siegel des k. u. k. Generalkonsulats Zürich von 1916 und 1917 50 ÖStA, HHStA, Gesandtschaftsarchiv Bem, K 81, 1914-1915, k. u. k. Militärattache in Bern Res. Nr. 1 519 an k. u. k. Ges. Bem vom 1. Mai 1916. 51 Schubert, Peter: Die Tätigkeit des k. u. k. Militärattaches in Bem während des Ersten Welt­krieges 1914-1918 (1919), Diss. Wien 1978, S. 114. 52 ÖStA, HHStA, AR, F 8, K 258, GK Zürich 21 173/A vom 16. September 1915. 28

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