Mitteilungen des Österreichischen Staatsarchivs 48. (2000)

AGSTNER, Rudolf: Österreichische Konsulate in der Schweiz

Österreichische Konsulate in der Schweiz - Teil I Am 30. September 1918 wurden die Mietverträge in einem neuen zusammenge­fasst - das k. u. k. Generalkonsulat mietete nunmehr um 7 000 Franken jährlich die 4 Zimmer im 2. Stock Rämistraße 5, den 2. Stock und die Mansarde im 5. Stock Rämistraße 7,53 Am 1. April 1919 kündigte der Vermieter den Mietvertrag per Ende September 1919. Das Konsulat der Republik Österreich befand sich aber bis zu seiner Um­wandlung in ein Honoraramt Ende 1923 weiterhin in der Rämistraße 7. Maurig, der 1915 in der Lindenstraße 28 und in der Folge in der Jupiterstraße 10 wohnte, erwarb sich im Ersten Weltkrieg bei der Rückführung österreichisch­ungarischer Kriegsgefangener in die Heimat große Verdienste. Nach dem Zusam­menbruch der Monarchie entstanden in den größeren Schweizer Städten Unterstüt­zungskomitees „Pro Wien - Helft Wien“, „Zürich hilft Wien“ und Ähnliches. Wie­ner Kinder wurden in Schweizer Familien aufgenommen. Für Maurig war der Zu­sammenbruch der Monarchie und die Arbeitslast offenbar zu viel. Er beging am 1. August 1919 in Zürich Selbstmord. Die „Schweizer Illustrierte Zeitung“ brachte am 16. August 191954 folgende Meldungen: Der Zusammenbruch Österreichs hat in den ausländischen Gesellschaftskreisen Zü­richs zwei Opfer gefordert. Die Gattin des österreichischen Konsuls erlag einer durch die politische und wirtschaftliche Lage des Landes verursachten Nervenkrise und weiters Der in Zürich sehr beliebte Vertreter der gestürzten österreichischen Monarchie folgte seiner Gattin in wenigen Stunden im Tode nach. Auf den so tragisch aus dem Leben geschiedenen Generalkonsul Maurig folgte ab 1. Oktober 1919 Erwin Hügel, zunächst als Gerent. Am 13. September 1919 teilte die liquidierende österreichisch-ungarische Ge­sandtschaft dem EPD mit, „daß das österr.-ungar. Generalkonsulat in Zürich seine Tätigkeit als gemeinsames Amt mit Ende September (1919) einstellen wird“, um kurz darauf mitzuteilen, dass „es seine Tätigkeit bis auf weiteres fortsetzt [.55 Ab Ende September 1919 versah der ehemalige k. u. k. Konsul in Lausanne, Gé­za von Gaspardy, am Generalkonsulat Dienst als gemeinsamer Liquidierungsbe­amter; Ungarn beabsichtigte auf diesem Umweg einen ungarischen Dienst im li­quidierenden Generalkonsulat einzurichten und beanspruchte hierfür Räume; das 53 ÖStA, HHStA, AR, F 8, K 258, GK Zürich 20 821 vom 2. Oktober 1918. 54 Schweizer Illustrierte Zeitung, Nr. 33, 16. August 1919, S. 453, mit Porträts von GK Maurig und Gattin. 55 Bundesblatt No. 38, 29. September 1919, Band V, Bundesratssitzung vom 22. September 1919 und Bundesblatt No. 40, 8. Oktober 1919, Band V, S. 129, Bundesratssitzung vom 29. September 1919. 29

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