Mitteilungen des Österreichischen Staatsarchivs 47. (1999)
SAPPER, Christian: Kinder des Geblüts – die Bastarde Kaiser Rudolfs II.
Christian Sapper Aufschlägeramt Engelhartszell 1 000 Gulden.467 Matthias bittet Ferdinand II., daß sein Deputat wie in den Jahren zuvor bei 20 000 Gulden belassen würde, denn mit 15 000 Gulden könne er nicht genugsamb auskummen. In der Hofkammer reagiert man empört: Die 20 000 Gulden wären ihm allein wegen der geringen Münze verwilligt worden, die jetzt verwilligten 15 000 Gulden würden in langem Geld fast 100 000 Gulden ausmachen - damit könne man sehr wohl auskommen.468 Am 24. Februar 1624 erhält Matthias vom Dreißiger von Ungarisch Altenburg die erste Rate seines Jahresdeputats (die nächste ist am 24. August fällig) und zwar inflationsbereinigt. Da die Münzcalada am 19. Dezember 1623 publiziert worden war, will Matthias richtiges Geld sehen. Der Dreißiger hat aber nur langes Geld in der Kassa. Matthias nimmt also 22 481 Gulden an, berechnet es aber als gutes Geld, d. h. er quittiert nur für 2 810 Gulden. Dem Dreißiger von Ungarisch Altenburg fehlen nun in seiner Abrechnung 19 671 Gulden. Über die Passierung dieser Summe gibt es in der Folge einen langjährigen Streit mit der Kammer.469 Beim Amt Ybbs hat Matthias weniger Glück. Er hat am 24. Februar seinen Diener nach Ybbs geschickt, damit er die für ihn die fälligen 2 000 Gulden hole, dort hat man ihm aber kein Geld gegeben. Matthias hat sich daraufhin beim Kaiser beschwert, und der hat der Hofkammer ernstlich befohlen, das Geld aufzutreiben; letztere hat den Befehl an die Niederösterreiche Kammer weitergegeben und diese hat dann die Buchhaltung bemüht. Herausgekommen ist dabei nur der Ratschlag, daß man den Don Matthias um Geduld bitten solle. Diese hat er aber nicht; am 18. März schreibt er wieder dem Kaiser, daß er das Geld äußerst notwendig für seine Leibs- und Officier-Underhaltung braucht.470 Diese 2 000 Gulden soll er dann vom Kriegszahlmeister Sutter erhalten. Der hat allerdings auch kein Geld aber noch Kredit. Also borgt sich Matthias bei Cäsar Rubin, Handelsmann in Wien, 1 000 Gulden. Der Rubin borgt das Geld nur her, weil ihm Sutter verspricht, jene 1 000 Gulden ehestens (binnen 14 Tagen) zurückzuzahlen. Matthias gibt dem Sutter dafür eine Carta Bianca über 1 000 Gulden. Aus dem ehestens wurden übrigens mehr als 2 Jahre.471 Der Geldbedarf von Matthias ist wieder sehr hoch. Zwischen zwei Tennisterminen schreibt er seinem bewährten Finanzier Ferrari und fleht ihn um das bewußte Geldt an: Ich bitt der Herr wolle mich in diser meiner so großen Not nit steckhen lassen [...] dann ich in 4 oder 5 Tagen Musterung halten soll zu welches ich noch bis datto khain 467 HKA, Nö.K., 1624 Feb 16. 468 HKA, Nö. K, 1624 Jän 24. 469 HKA, HF, r. Nr. 196, 1624 Nov 20 und Nö. K, 1624 Nov 28. 470 HKA, Nö. K, 1624 Mrz 18. 471 HKA, Konv. Don Matthias, fol. 122 f. 80