Mitteilungen des Österreichischen Staatsarchivs 47. (1999)

SAPPER, Christian: Kinder des Geblüts – die Bastarde Kaiser Rudolfs II.

Kinder des Geblüts - die Bastarde Kaiser Rudolfs II. lungsschreiben an Erzherzog Albrecht aus, worin er den Vetter bittet, er möge den Don Matthias auch seinetwegen in gnädigster Consideration halten. Dadurch wird er zur Tugendbefleissung, sich zu unseres Hauses und des gemeinen Wesens Nutz und Wohlstand qualifiziert machen. Der Weiser dieses [Schreibens], des Kaisers Matthias Obrist und mein Kämmerer Don Matthias, Markgraf, reist in Geschäften des neuen ritterlichen Ordens ins Reich.401 Damit stand der Reise nichts mehr im Wege. Im Reich hat er sich nicht sehr lan­ge aufgehalten, wir finden ihn schon im Juli in Marienberg bei Brüssel, wo er am 10. Juli, am verschienen Mittwoch in Audienz empfangen wurde. Diese verlief für Matthias überaus erfolgreich: Erzherzog Albrecht hat ihm ein aiuto di costa von 3 000 Philippinen bar erlegen lassen und ihm eine Rente von 8 000 Gulden jährlich von seinem Deputat angewiesen und ihn dem König Ferdinand durch Schreiben starckh recommandirt. Wann nun die Heirath auch erfolgte, sollten villeicht noch andre Mittel zu finden sein.*02 Die 3 000 Philippinen entsprachen etwa 9 000 Gulden und dürften die Reisekasse von Matthias wieder aufgefüllt haben. Erzherzog Albrecht scheint von ihm recht eingenommen gewesen sein, denn er schreibt am 16. Juli aus Brüssel an Ferdi­nand II.: E. Mjt haben [...] Don Matthias seiner gueten dapferen Qualiteten und unseres Blutes halber in gnädigster gueter Recomendation, wie wir Ime dann einmahl für ein Khind unseres Hauses [...] erkhennen muessen. So hat er ihm aus seinem Wiener Deputat eine Jahrespension von 8 000 Gulden bewilligt und er bitthe ganz treulich, daß Ferdinand dem Don Matthias diese järli- che Pension auf sein Leben extendire. Dasselbe sollte auch für jene 6 000 Gulden gelten, die ihm Ferdinand als Besoldung während der Kriegszeit zugesagt hat. Und daneben aus weilant her Kay. M. und L. nachgelassenen Mobilien etwas An­sehnliches zueordnen, auch wann einich fürnembes Mannlehen zu E. kgl. W. und L. Disposition sich eröffnen wird, Ime mit demselben vor allen anderen begnaden und be- denckhen und sonsten in allem als bei unserem Bluet und Herkommen respectiren, eh­ren und tractiren lassen. Zuletzt bittet Erzherzog Albrecht noch, daß dem Don Matthias auch die noch of­fenen 10 000 Gulden bezahlt würden.403 404 Im August verläßt Matthias das gastliche Brüssel, angeblich mit unbekanntem Ziel. So schreibt der Gewährsmann von Khevenhüller aus Brüssel: Don Matthias ist von hinnen verreist; ich weiß nicht wohin.*1* So ein Geheimnis kann es nicht gewesen sein - Matthias hat seinen Hofmeister vorgeschickt, der am 31. August in Barcelona ankommt und am 15. September finden wir Matthias selbst in Spanien, in Alcala bei Barcelona. Der Aufenthalt ist ein einziger Mißerfolg, wie wir aus 401 HHStA, Belgische Hofkorrespondenz, Karton 31, Nr. 205. 402 HHStA, Spanien, Dipl. Korr. Khevenhüller aus dem OÖLA, Jg. 1619, S. 614 und 683. 403 HKA, HF, r. Nr. 180, 1620 Jun 11, fol. 25 f. 404 HHStA, Spanien, Dipl. Korr. Khevenhüller aus dem OÖLA, Jg. 1621, S. 347. 65

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