Mitteilungen des Österreichischen Staatsarchivs 47. (1999)

Rezensionen

Abschnitten des Buches in systematischer Ordnung anfuhrt. Die detaillierte Gliede­rung des Stoffes wird durch sechs große Hauptkapitel mit durchschnittlich sechs Unterkapiteln erreicht, so daß sich mit Hilfe des Inhaltsverzeichnisses eigentlich auf jeden gewünschten Aspekt fast direkt zugreifen läßt; zusätzlich steht noch ein Orts- und Personenregister zur Verfügung. Im Text stehen einerseits wichtige Quellenbegriffe für sich selbst, andererseits werden schwierige Sachverhalte in zeitgemäße Begrifflichkeiten übersetzt; wo die Forschung sich noch uneinig ist, finden auch verschiedene Meinungen Würdigung. Obwohl die spätmittelalterliche Geschichte der Habsburgerdynastie - des sich im 14. Jahrhundert formierenden „Hauses Österreich“ - angesichts der Abfolgen von Königs- und Landesherrschaften, der Ländergewinne, des Personalreservoirs dieses Familienbetriebes sowie der Herrschaftsteilungen zwischen 1379 und 1490 nicht nur in die Länge, sondern auch in die Breite geht, gelingt dem Autor eine flüssige, sowohl Einzelfragen thematisierende als auch thematisch übergreifende Darstel­lung. Das Hauptinteresse des Werkes ist dabei, wie Krieger präzisiert, „auf die Funktion und Bedeutung der habsburgischen Familie als ,Königsdynastie1 und ihre sich daraus ergebende Einbindung in die allgemeine Reichsgeschichte“ gerichtet, „mehr in den Hintergrund treten demgegenüber notgedrungen die Territorialpolitik der einzelnen Herrscher als Landesherren und ihre Bedeutung für den modernen Staat Österreich“. Dies trifft von der Gewichtung der Materie her natürlich zu, heißt aber deshalb in keiner Weise, daß der Blick ins Innere ausgespart bliebe. Letztlich wird gerade an der Person Friedrichs III. der enge Zusammenhang zwi­schen gesicherter Territorialherrschaft und aktiver Reichspolitik deutlich, wenn der jahrelang inaktive Kaiser nach dem Ende der erbländischen Wirren und der Nieder­schlagung des Baumkircheraufstandes die Reichsstände 1474 zum Reichskrieg gegen den Burgunderherzog Karl den Kühnen befehlen kann (S. 217), „als ir uns, dem heiligen reich, euch selbst und Deutscher nacion zu tunde schuldig seit“. Emst Zehetbauer, Wien Mitteilungen des Österreichischen Staatsarchivs 47/1999 - Rezensionen Brommer, Hermann (Hrsg.): Der Deutsche Orden und die Ballei Elsaß- Burgund. Die Freiburger Vorträge zur 800-Jahr-Feier des Deutschen Or­dens. Bühl/Baden: Konkordia-Verlag 1996 (Veröffentlichungen des Ale­mannischen Instituts Freiburg i. Br. 63). 367 S., 111., Kt. Anläßlich des 800jährigen Bestehens des Deutschen Ordens wurden von Ende 1989 bis Anfang 1990 im Rahmen zweier wissenschaftlicher Vortragsreihen der Katholischen Akademie der Erzdiözese Freiburg und des Alemannischen Instituts in der Universität Freiburg Referate zu Geschichte und Bedeutung des Deutschen Ordens gehalten, die 1996 schließlich auch noch in Form wissenschaftlicher Auf­sätze veröffentlicht werden konnten. Das inhaltliche Spektrum der nun in einem 329

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