Mitteilungen des Österreichischen Staatsarchivs 47. (1999)

Rezensionen

schungsstand selbst, verglichen mit der sonstigen „westlichen Untemehmerge- schichte“ ebenfalls. Die Studie wird trotzdem der Vorgabe in Titel und Einleitung im überwiegenden Ausmaß gerecht. Von den vier genannten „Aufgaben“ könnte man sich etwas mehr über die „Mittel zur Einflußnahme“ wünschen, vom Formalen wäre ein Register, trotz des detaillierten „Inhalts“ kein Nachteil. Die Bedeutung der Studie liegt im Füllen einer Lücke der österreichischen Wirtschafts- und Gesellschaftsgeschichte. Da der wissenschaftliche Gehalt vorzüglich ist, kommt ein Dilemma der Ge­schichtswissenschaft zutage: die für ein breites Publikum zu trockene akademische Sprache. Diese Hürde konnte auch diese Arbeit, deren Lektüre jedem Interessierten zu empfehlen ist, nicht überwinden. Fritz Prasch, Wien Mitteilungen des Österreichischen Staatsarchivs 47/1999 - Rezensionen Schwarz, Robert: Von Guinegate (1479) bis Mailand (1516) - Kaiser Maximilian I. in zehn Schlachtenbildem. Wien: Bundesministerium für Landesverteidigung, Militärhistorischer Dienst 1992 (MHD-Sonderreihe 2). 180 S„ 10 Abb. Der Titel dieser Diplomarbeit an der Leopold-Franzens-Universität Innsbruck, die den Rezensenten leider erst mit sechsjähriger Verspätung erreichte, könnte falsche Erwartungen wecken: Zwar sind der Publikation zehn „Schlachtenbilder“, nämlich Holzschnitte zum „Weißkunig“, beigegeben, doch stehen diese zusam­menhanglos, „als Veranschaulichung“, neben dem Text. Bildanalysen unter strate­gischen, waffentechnischen etc. Gesichtspunkten und unter Beachtung der zuletzt von Karl Rudolf (vgl. Römische Historische Mitteilungen 22/1980, S. 167-207 und ebenda 25/1983, S. 35-108) nachgewiesenen, von Maximilian selbst gemachten programm-graphischen Vorstadien werden nicht geboten. Das Bildhafte beschränkt sich also auf die verbale Umschreibung exemplarischer Schlachtenszenarien, nämlich: Guinegate 1479, Wenzenberg 1504, Guinegate 1513, Belagerungen von Kufstein 1504 und Padua 1509, Stuhlweißenburg 1490, Marignano 1515 (an dieser wohl bekanntesten Schlacht nahm allerdings der Kaiser keinen Anteil), Seegefecht vor Sluis 1485, Livorno 1496, Mailand 1516. Einem knappen Überblick über die politischen Voraussetzungen folgen jeweils eine Schil­derung des Kampfverlaufes und ein Kommentar, in dem das Wesentliche bezüglich der Positionen, der Truppenstärke und -qualität, der Waffen, vor allem der Rolle Maximilians als Strategen deutlich gemacht, schließlich Querverbindungen zum militärischen Status Europas andernorts gezogen werden. Die Darstellung ist le­bendig und zeugt von fundierten militärhistorischen Kenntnissen des Autors, die auf reichhaltiger Literatur beruhen. So ansprechend diese Kommentare auch sein mögen, ihre Systematik ist häufig nicht zu durchschauen. Unter Sluis 1485 wird 319

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