Mitteilungen des Österreichischen Staatsarchivs 47. (1999)
SAPPER, Christian: Kinder des Geblüts – die Bastarde Kaiser Rudolfs II.
Christian Sapper Unterhalt aus den Rebellengütem 4 000 Gulden zu; außerdem soll er noch monatlich 200 Gulden erhalten, jedoch nur so lange er aktiven Felddienst leistet.554 Diese 200 Gulden werden ab dem 29. Juli 1621 bewilligt, d. h. ab diesem Datum steht Karl im Kriegsdienst. Ende August zahlt ihm der Kriegszahlmeister Peter Sutter fur die Ausstaffirung ins Veldt insgesammt 4 000 Gulden555, eine Summe mit der man schon etwas anfangen kann. Wo er gedient hat, wird nicht erwähnt, doch muß es, anders als bei seinem Bruder, in der Kavallerie gewesen sein, denn er unterschreibt sich als Rittmeister.556 557 Zu Beginn des Jahres 1622 finden wir ihn in Wien, wieder in Finanznöten. Von den monatlich bewilligten 200 Gulden hat er bis jetzt noch nicht viel gesehen, weshalb er die meisten seiner Pferde verkaufen muß. Ohne hilfreiche Hand des Kaisers, so schreibt er an Ferdinand, müßte er bald alle Pferde verkaufen und könnte sich dann weder im Kriegswesen noch an anderen Ortern erhalten.™ Erst im Juni 1622 zeigt der Kaiser ein Einsehen: die monatlichen Zahlungen für Karl werden von 200 auf 300 Gulden erhöht558 559 560 561 - es ist die Zeit der großen Inflation - und die Zahlungen dürften sogar pünktlich erfolgt sein - bis November 1624 hat er nach und nach 4 000 Gulden erhalten. Außerdem zahlt ihm der Kriegszahlmeister Sutter nochmals 3 000 Gulden für die Ausstaffirung ins Veldt.™ Um die Jahresmitte 1622 verläßt er Wien, zu Jahresende finden wir ihn in Belgien, vielleicht um die Unterstützung der Infantin für sein Heiratsprojekt zu gewinnen. Es geht um die Heirat der Erbtochter des Fürsten von Val di Taro, ein Reichslehen im Ligurischen. An der Hand der Braut sind auch Don Matthias, die Medici u.a. interessiert. Für Karl intercediert der Erzherzog Leopold, der Regent Tirols. Wirklich hat ihm der Fürst versprochen, seine Tochter dem Don Karl zu geben.56“ Am 21. November 1622 schreibt Erzherzog Leopold an die Infantin Isabella, daß ihr Don Karl wohl selbst berichtet haben werde, daß er mit der Tochter des Principe di Vallis Tarri eine Heiratshandlung vorhabe. Die Sache wäre nun soweit gediehen, daß nur noch der erforderliche Consens abgehe. Der Principe wünsche keinen weiteren Verzug, denn er finde für seine Tochter leicht eine andere Partie. Isabella soll ihm, Leopold, mitteilen, was sie von der Verzögerung, die von Don Karl auszugehen scheint, hält. Sie soll auch Don Karl deswegen befragen. Erzherzog Leopold will weiterhin alle gute Officia, Hilf und Fürschub tun.™ Für 554 HKA, HF, r. Nr. 183, 1621 Jim 25, fol. 2. 555 HKA, HF, r. Nr. 196, 1624 Nov 13 fol. 1-2. 556 HKA, HF, r. Nr. 185, 1622 Mrz 18, fol. 5. 557 HKA, HF, r. Nr. 185, 1622 Mrz 18, fol. 1-5. 558 HKA, HF, r. Nr. 192, 1623 Okt 10, fol. 1-2. 559 HKA, HF, r. Nr. 196, 1624 Nov 13 fol. 1-2. 560 HKA, Konv. Don Matthias, fol. 159 f. 561 HHStA, Belgische Hofkorrespondenz, Karton 34, Nr. 40. 96