Mitteilungen des Österreichischen Staatsarchivs 46. (1998)
Rezensionen
Mitteilungen des Österreichischen Staatsarchivs 46/1998 - Rezensionen untergebrachten Archivalien. Der vorliegende Archivführer ist sowohl für Archivare als auch für Zeithistoriker ein wichtiger, wertvoller Behelf und darüber hinaus eine durchaus interessante Lektüre. Als negativ muß die mangelhafte Bindung des Buches vermerkt werden. Das Exemplar des Rezensenten hatte sich bereits nach kurzer Benützung „in seine Bestandteile“ aufgelöst. Christoph Tepperberg, Wien Rajsp, Vincenc (red ): Slovenija na vojaskem zemljevidu 1763-1787 / Jose- phinische Landesaufnahme 1763-1787 für das Gebiet der Republik Sloweni- ened. Znanstvenoraziskovalni center Slovenske akademije znanosti in umet- nosti und Arhiv Republike Slovenije. Bd. 1 und 2 (Ljubljana 1995/96). Die ersten beiden des (nach einem 1994 veröffentlichten Musterband) auf sieben großformatige Bände angelegten Projektes einer Faksimilierung/Edition des Kartenmaterials der Josephinischen Landesaufnahme für das Territorium des heutigen Slowenien stellen sich als sehr ansprechend gestaltete Stücke dar. Jeder Band liegt in zwei Teilen vor, einem hartgebundenen Textteil und einem Kartenteil in Form einer bedruckten Kartonmappe, die die losen Kartenblätter enthält. Beide Teile finden Aufnahme in einem dekorativen Schuber, der zur Gänze mit einem kartographischen Motiv bedruckt ist. Für den zweisprachigen (slowenisch-deutschen) Textteil hat Erich Hillbrand eine Einführung „zur Josephinischen Landesaufnahme“ verfaßt. Er zeichnet kurz die Bedingungen nach, die 1757/58 zur Umwandlung des Generalquartiermeisterstabes in eine ständige Einrichtung für topographische Belange und 1763 auf Anordnung Maria Theresias zum Beginn der militärisch-topographischen Aufnahme des Habsburgerreiches führten, worauf in einer ein knappes Vierteljahrhundert währenden (und letztlich mit dem Namen des Sohnes der Kaiserin verbunden gebliebenen) kontinuierlichen kartographischen Aktivität eine monumentale Landesaufnahme entstand, die alle ähnlich gearteten Anstrengungen der anderen Staaten des 18. Jahrhunderts in den Schatten stellte. Da die Gliederung der Josephinischen Landesaufnahme nach Kronländem und innerhalb derselben nach insgesamt 4685 „Sectionen“ erfolgte, findet sich die Sektionseinteilung auch in der Edition wieder. So bringt Band 1 die innerösterreichischen Sektionen 221-225, 230-239 und 246/47 (und die Sektion 60 des Karlstädter Gene- ralates), Band 2 die innerösterreichischen Sektionen 189-191, 201-205, 212-216 und 219/20, die zusammen jeweils etwa ein Siebentel des Gebietes der Republik Slowenien umfassen. Mit den bloßen Sektionsnummem im Inhaltsverzeichnis kann der kartographisch unbedarfte Betrachter zwar auf den ersten Blick nicht viel anfangen, doch ist auf dem vorderen Buchdeckel immer das entsprechende Siebentel graphisch ausgewiesen, so daß der für einen bestimmten Teil des slowenischen Staatsgebietes zuständige Band doch recht zügig auffindbar sein dürfte. 567