Mitteilungen des Österreichischen Staatsarchivs 46. (1998)

Rezensionen

Mitteilungen des Österreichischen Staatsarchivs 46/1998 - Rezensionen Während des Bestehens des Konzentrationslagers vom Juni 1940 bis Jänner 1945 waren in Auschwitz an die 400 000 Häftlinge registriert worden. Von ihnen kamen etwa 200 000 ums Leben. Die über 1 Million in Massentransporten aus ganz Europa nach Auschwitz deportierten Juden wurden überhaupt nicht registriert, sondern unmittelbar bei ihrer Ankunft in Birkenau noch auf der Rampe in die Gaskammern selektiert. Die erhaltenen Sterbebücher umfassen nur den Zeitraum vom 27. Juli 1941 bis 31. Dezember 1943 und enthalten lediglich knapp 69 000 Sterbeeintragun­gen. Trotz der Unvollständigkeit des Materials sind die Sterbebücher eine einzigarti­ge und bedeutende Geschichtsquelle. Band 1: Berichte (Reports, Relacje). Vom ersten Band der Edition ist eine deutsche, eine englische und eine polnische Ausgabe erschienen. Er enthält einführende Beiträge und die wissenschaftliche Auswertung der aufbereiteten Quellen: Zunächst eine Danksagung von Jerzy Wróbelski, Direktor des Staatlichen Museums Auschwitz-Birkenau (S. 9-10); dann das Vorwort, verfaßt von keinem Geringeren als Wladyslaw Bartoszewski, Au­schwitz-Häftling Nummer 4427, nachmals Botschafter der Republik Polen in Öster­reich und Außenminister der Republik Polen (S. 11-18); anschließend die Einfüh­rung von Sybille Goldmann und Jan Parcer (S. 19-22) und die Kurzbiographien der Autoren (S. 23-26): Wladyslaw Bartoszewski (* 1922 Warschau), Yisrael Gutman (* 1923 Warschau), Shmuel Krakowski (* 1926 Warschau), Hermann Langbein (* 1912 Wien, | 1995 Wien), Tadeusz Paczula (* 1920 Gliwice/Gleiwitz) und Ka- zimierz Smolen (* 1920 Chorzów/Königshütte). Daran schließen die eigentlichen einführenden Abhandlungen über Verwaltung, Bürokratie, Lageralltag und Vernich­tungsmaschinerie im KL Auschwitz: Tadeusz Paczula: Schreibstuben im KL Au­schwitz (S. 27-66); Hermann Langbein: SS-Ärzte im KL Auschwitz (S. 67-84); Hermann Langbein: „Gesundheitswesen“ der SS im KL Auschwitz (S. 85-88); Ka- zimierz Smolen: Polen im KL Auschwitz (S. 89-126); Kazimierz Smolen: Sowjeti­sche Kriegsgefangene im KL Auschwitz (S. 127-147); Kazimierz Smolen und Mi­chael Zimmermann: Sinti und Roma im KL Auschwitz (S. 149-162); Yisrael Gut­man und Shmuel Krakowski: Juden im KL Auschwitz (S. 163-194); Jan Parcer und Anna Laczmanska: Transporte nach Auschwitz (S. 195-223); Thomas Grotum und Jan Parcer: EDV-gestütze Auswertung der Sterbeeinträge (S. 225-256); die Chrono­logie (Hauptdaten zur Geschichte des KL Auschwitz), zusammengestellt von Sybille Goldmann (S. 257-266); Aleksander Lasik: Täterbiographien (S. 267-304) und eine detaillierte Bibliographie (S. 305-317). Bemerkenswert ist der ausführliche Abbildungsteil (S. 1*-214*). Er ist in vier Themengmppen gegliedert (Ein Tag in Auschwitz-30. März 1943, Tötungsarten und „Todesursachen“, Massenvemichtung in Auschwitz, Privatfotos von Deportier­ten) und bietet zahlreiche Beispiele an Schrift- und Bildquellen der Lagerbürokratie. Die Faksimiles sind durchwegs von guter Qualität und tragen ganz wesentlich zur Anschaulichkeit des Gesamtwerkes bei. Band 2: Namensverzeichnis (Index of Names, Indeks Nazwisk) A-L (Seiten 1-751) 563

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