Mitteilungen des Österreichischen Staatsarchivs 46. (1998)

ZEDINGER, Renate: Die „Niederländischen Pensionen“: Archivalien zur Geschichte der belgischen Emigration von 1794

Mitteilungen des Österreichischen Staatsarchivs 46/1998 - Rezensionen Stück barockes Christentum und österreichische Volksfrömmigkeit der Vergessen­heit entrissen, die noch Kraft genug hatten, ein Jahrhundert einzuleiten, zu formen- und letztlich zu besiegen. Robert Rill, Wien Stadt - Burg - Festung. Stadtbefestigung von der Antike bis ins 19. Jahr­hundert. Internationale Tagung - Glums 23.-25. Juni 1994. Veröffentlichun­gen des Innsbrucker Stadtarchivs, Neue Folge 21, Innsbruck 1994, 346 S. Von Babylon bis Folgaria spannt sich der zeitliche und räumliche Rahmen dieses Sammelbandes - ein waghalsiges Experiment also, das jedoch, wir dürfen es vor­wegnehmen, als äußerst gelungen bezeichnet werden kann. (Stadtmauern der Antike) schildert die Bauweise des Turmes von „Babel“ anhand archäologischer Quellen und überrascht auch durch das geschickte Heranziehen von alttestamentarischen Bibelstellen, die etwa über das Baumaterial Aufschluß geben, als Ergänzung zu den Bodenfünden. Beginnend mit Mykene erläutert sie detailreich die immer raffinierter werdende Festungsbauweise der griechischen Antike, wozu Milet, die verschiedenen Bauphasen von Heraklion und schließlich Ephesos als Bei­spiele dienen. Daß die Untersuchungen über Rom vergleichsweise unergiebiger aus- fallen müssen, mag nur auf den ersten Blick verwundern: Die republikanischen Mauern wurden in der Kaiserzeit als nutzlos abgetragen, und selbst die Aureliani- sche Stadtmauer mit ihren spätantiken Ergänzungen fiel großteils der Renaissance­architektur zum Opfer. („Die Stadtmauer in der Ikonographie der christlichen Kunst“) beginnt mit einer bekannten Darstellung auf der aus dem 7. Jahrhundert stammenden St. Prokulus-Kirche bei Naturns, die das Herablassen des Hl. Paulus über die Stadtmauern von Damaskus zeigt und führt über ähnliche Bilder zur Sym­bolik der Stadtmauer, die sich einerseits aus ihrer Schutzfunktion, andererseits aus ihrer Funktion der Abgrenzung eines Ordnungssystems (die Steinigung des Hl. Ste­phanus fand außerhalb der Mauer statt und wird auch bildlich so dargestellt) im mittelalterlichen Denken allgemein sowie speziell im Kunstwollen der Zeit ergibt. Derlei Abstraktionen führen-womit der wichtigste ikonographische Kontext erreicht wird-zur schematisierten Darstellung der Stadt als Abbild des Himmlischen Jerusa­lem, was am Beispiel der Schedel’sehen Weltchronik mit ihrer kreisförmigen Wie­dergabe des himmlischen, doch um topographische Korrektheit bemühte Darstellung des irdischen Jerusalem verdeutlicht wird. („Die mittelalterliche Stadtbefestigung im deutschsprachigen Raum“) liefert einen äußerst wichtigen Beitrag zur Architektur­geschichte, indem er mit einem Querschnitt durch bisherige Forschungsergebnisse beginnt, wobei er das Fehlen von resümierenden, vergleichenden Analysen, basie­rend auf den zahlreichen regional- und heimatgeschichtlichen Elaboraten, bemän­gelt. Die Entwicklung der Stadtmauer teilt der Autor in drei Phasen ein: Ummauerte „Städte“ bis 1250 rühren meist von Bischofssitzen her, wie an den Beispielen von Speyer und Basel demonstriert wird, und weisen noch selten regionale Unterschei­549

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