Mitteilungen des Österreichischen Staatsarchivs 46. (1998)

ZEDINGER, Renate: Die „Niederländischen Pensionen“: Archivalien zur Geschichte der belgischen Emigration von 1794

Mitteilungen des Österreichischen Staatsarchivs 46/1998 - Rezensionen Trotz der vielschichtigen Darstellungen weigert sich der Autor, sein Werk als „[...] eine Soziologie des österreichischen Seeoffizierskorps auf Basis von Admi­ralsbiographien [...]“ verstanden zu wissen, denn dafür, wie er selbst betont, wären unter etwa 7 000 Seeoffizieren, die nach Abzug der aus dem Rahmen fallenden Erz­herzoge und „anderer Prinzen“ übrigbleibenden rund 250 Personen wahrscheinlich kein statistisch relevantes Sample. Dennoch geben die gleich darauffolgenden weiteren fünf Seiten der Einleitung ei­nen überaus hochwertigen Einblick in die Komplexität dieser, im vorigen Absatz angeschnittenen Materie. Den Abschluß der Einleitung des 1. Bandes bildet ein alphabetisch geordnetes Ge­samtregister aller erfaßten österreichisch und österreichisch - ungarischen Flag­genoffiziere mit Geburts- und Sterbejahr, der Rangbezeichnung und der fortlaufen­den Nummer in der Behandlung als Biographie. Für den Marinehistoriker bleibt zu hoffen, daß der nächste Band nicht lange auf sich warten lassen wird. Für all diejenigen, die sich jetzt dafür interessieren, sei erwähnt, daß, scheinbar einer Vorsicht der Gegenwart folgend, die Auflage des Bandes sehr klein gehalten ist und all diejenigen, die nicht bald auf diese Zeilen reagieren, sich den Band nur mehr in einer Bibliothek ansehen werden können. Peter Jung, Wien Cova, Ugo: Commercio e navigazione a Trieste e nella Monarchia asburgica da Maria Teresa al 1915. Del Bianco Editore: Udine 1992 (Civiltá del Ri­sorgimento 45). 238 Seiten. Der Autor, Ugo Cova ist uns allen als Direktor des Archivio di Stato di Trieste wohlbekannt. Mit dem im Titel erwähnten Band setzte er dieser herrlichen Stadt an der Adria ein österreichisches Denkmal des Handels- und der Schiffahrt, beides Attribute, für die die Stadt bis vor einigen Jahrzehnten Weltgeltung hatte. Beginnend mit Karl VI., der der Stadt mit den beiden Patenten der freien Schiff­fahrt (1717) und des Freihafens (1719) den Grundstein für die weitreichende wirt­schaftliche Entwicklung legte, streift Cova über die Bedeutung der Börse am Ort, den im 18. Jahrhundert beginnenden Levantehandel, der für Triest bis zum 1. Welt­krieg wohl die entscheidenste wirtschaftliche Basis bilden sollte und dringt dann mit einem Kapitel über Triests Schiffahrt und Handel zur Zeit des Siebenjährigen Krie­ges sehr anschaulich in die damalige Materie ein. Er berührt damit ein Thema, das uns hierzulande fast völlig fremd und feme liegt und bringt uns mit belegten Berich­ten über englische Korsaren im preußischen Dienste an eine Facette dieses großen Konfliktes des 18. Jahrhunderts, die in vielen Darstellungen einfach “übersehen“ wurde. Die Triestiner wehrten sich in Form der Ausrüstung von eigenen Schiffen um den Armateuren widerstehen zu können. 533

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