Mitteilungen des Österreichischen Staatsarchivs 46. (1998)

ZEDINGER, Renate: Die „Niederländischen Pensionen“: Archivalien zur Geschichte der belgischen Emigration von 1794

Mitteilungen des Österreichischen Staatsarchivs 46/1998 - Rezensionen Seit 1745 war ein besonderer Handels- und Schiffahrtsvertrag mit dem Ottomani- schen Reich in Gültigkeit, der hier als Hinweis für den auflebenden Levantehandel dienen sollte. Besonderes Augenmerk widmet Cova der Periode der napoleonischen Kriege, die für die geographische Region vielfache Veränderungen, Einschränkungen, aber auch, nach 1797, Erweiterungen im Handel brachten, unterbrochen durch die fran­zösische Zeit, die das österreichische Interesse und die Möglichkeiten der Schiffahrt aussetzte und die erst 1813/14 ihr Ende finden sollte. Diese Zeit war wohl wegen der Abschnürung der Stadt am oberen Ende der Adria eine der schwierigsten Perioden für die Stadt. Nach 1814 war einiges aufzuholen, doch halfen Initiativen am Ort selbst den Han­del und die Schiffahrt wieder in Gang zu bringen. Ab den 30-iger Jahren des vorigen Jahrhunderts manifestierte sich nicht nur eine gewaltige Versicherungslandschaft in der Stadt, hintereinander wurden mehrerer Gesellschaften dieser Art gegründet, darunter 1833 der Lloyd Austriaco, gleichsam als Vorbereitung für das Jahr 1836, als mit der Gründung der Schiffahrtgesellschaft jene Basis geschaffen wurde, die bis zum Ende der Monarchie und darüber hinaus als Lloyd Triestino bestehen sollte. Hier endet der erste Teil der Arbeit. Den zweiten Teil widmet Cova, den direkten Handelsbeziehungen zwischen Öster­reich und den italienischen Teilstaaten und danach dem Handel zwischen Öster­reich-Ungarn und dem geeinten Königreich Italien mit besonderer Berücksichtigung der Verträge von 1867, 1878, 1887, 1891 und 1906, allesamt unterlegt durch inter­essante Entwicklungstabellen, bis die Kriegserklärung im Mai 1915 diesen Kontak­ten ein Ende setzte. Ein Anhang geht danach noch auf einige wichtige Punkte des Handels ein. Für die Stadt Fiume wird dabei eine Ein- und Auslaufstatistik zwischen 1867 und 1884 geboten und die gegenseitige Wein Ein- und Ausführ durchleuchtet, ergänzt durch eine Übersicht der wichtigsten gegenseitigen Ein -und Ausführgüter, wie etwa Süd­früchte, Obst und Öle bei der Einfuhr und Schlacht- und Zugvieh, Holz und Papier bei der Ausführ. Cova hat mit dieser Arbeit einen überaus wichtigen Beitrag zur Handelsgeschichte geleistet, der diese seinerzeitige „Metropole“, die heute leider eher vor sich dahin­träumt, wieder einmal ins Gedächtnis ruft. Vielleicht, trotz des historischen Charak­ters wieder einmal ein Ansatz an diesen „mitteleuropäischen“ Handelshafen, wie auch Cova dieses Wort öfters gebraucht, einmal mehr zu denken. Peter Jung, Wien 534

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