Mitteilungen des Österreichischen Staatsarchivs 46. (1998)

ZEDINGER, Renate: Die „Niederländischen Pensionen“: Archivalien zur Geschichte der belgischen Emigration von 1794

Mitteilungen des Österreichischen Staatsarchivs 46/1998 - Rezensionen technischen Facetten der einstigen Seemacht auf den Markt gebracht, es hat sich dabei aber niemand „getraut“, an ein derart komplexes Thema heranzugehen. Meist überwog die geschickt publizierte und dokumentierte Photographie über langwieri­ges und zeitraubendes Archiv- und Bibliotheksstudium. Antonio Schmidt-Brentano bürdete sich für die Erstellung des Werkes diese Lasten auf, verbrachte Monat um Monat im Forschersaal des Österreichischen Staatsarchivs und, wenn der Saal geschlossen hatte, mit Kontakten zu einschlägig als „marine­interessiert“ bekannten Privatpersonen, bis er für sich sagen konnte, Jetzt gibt es wahrscheinlich nichts mehr, was ich aus den .Schicksalen“ der Flaggenoffiziersper­sonen noch nicht kenne [...]“. Wer jetzt annimmt, daß er danach aus der Fülle des Materials die notwendigen Fakten einfach lexikai aneinanderreihte und zusammenstellte, der irrt gewaltig. Unter Einhaltung eines generellen Schemas beginnt die Vorstellung jeder Person mit den Lebensdaten und Verwandtschaftsverhältnissen, danach die (Aus-)Bildung und die militärische Karriere. Die vorgenannten Details bilden jeweils den ersten Teil einer entsprechenden Biographie. Der zweite, daran anschließende Teil ist den „dienstlichen Verwendungen“, also Einschiffungen, Kommandos, Kommandierun­gen und sonstigen Verwendungen Vorbehalten, wobei die Anordnung zeitlich auf­steigend stichwortartig erfolgt. Den dritten Teil bilden Belohnungen, Ehrungen und dergleichen, wobei dieser Teil in einigen Fällen - wie etwa bei Wilhelm v. Te- getthoff - weit über das Todesjahr hinausgeht und auch Details wie etwa Denkmal­serrichtungen, Stapelläufe von nach der Person benannten Schiffen etc. beinhaltet. Bis hierher sind die Biographien auch „schnell“ benutzbar und für rasche Infor­mationen und Auskünfte „bei der Hand“. Was danach als vierter Teil folgt, verdient besonderes Lob und Beachtung. Der Autor hat sich, nach der zeitraubenden Arbeit der „Faktenfindung“ noch die Mühe gemacht, über jede dargestellte Flaggenoffiziersperson auch eine den Umstän­den entsprechend längere oder kürzere Biographie zu verfassen, wo nochmals jeder Admiral, durchaus mit kritischen Anmerkungen und Querverweisen, dargestellt wird, angeschlossen daran eine Liste von Publikationen, die seinerzeit durch die betreffende Person veröffentlicht wurden und auch eine in vielen Fällen lange Liste von Zitaten und Literaturangaben über die besprochene Person, „wo“ sich der wis­senshungrige Leser noch direkter informieren kann. Im Falle Tegetthoffs umfassen alle Teile 15 Seiten, im Falle Michael Brettner’s, der gleich mit der nächsten fortlaufenden Nummer folgt, 2 'A Seiten. Ob der genannten Details ist der Band ein biographisches „Standardwerk“, wie man es sich wirklich nur wünschen kann. Für einfache, schnelle und profunde In­formationen rasch zur Hand, hat es auch für den mit der Marine weniger intensiv befaßten Benützer in der Einleitung eine Fülle von praktischen Informationen, etwa wie die über die seinerzeitige „geschlechtliche“ Benennung der Schiffe und Fahrzeu­ge, die in der k. (u.) k. Kriegsmarine, anders wie etwa in Deutschland, nicht nur „weiblich“ war. 532

Next

/
Oldalképek
Tartalom