Mitteilungen des Österreichischen Staatsarchivs 46. (1998)
ZEDINGER, Renate: Die „Niederländischen Pensionen“: Archivalien zur Geschichte der belgischen Emigration von 1794
Mitteilungen des Österreichischen Staatsarchivs 46/1998 - Rezensionen Provisorischem Gemeindegesetz das Kremsierer Verfassungswerk hätte hinreichend ersetzen können. Gottsmann zufolge war dies nicht möglich bzw. wäre dies nicht möglich gewesen, weil mit Blick auf Ungarn an die Einrichtung gleichförmiger Institutionen im gesamten Habsburgerreich nicht zu denken war. Insgesamt beurteilt, stellt die vorliegende fakten- und detailreiche Untersuchung Gottsmanns ein Muß für all jene dar, die sich mit verfassungsgeschichtlichten Fragen beschäftigen. Und ein gleiches gilt auch für jene, deren Interesse den Revolutionsjahren 1848 und 1849 oder aber der Nationalitätenfrage im Habsburgerreich gilt. Herbert H. Egglmaier, Graz Hadriga, Franz: Die Trautson. Paladine Habsburgs. Styria: Graz-Wien-Köln 1996. 175 S. 2 Stammtafeln, 16 S. SW-Abb., Register. Die Trautson waren im Verlauf des Mittelalters (bezeugt seit dem 12. Jh.) durch geschickte Heiraten und Erwerb strategisch wichtiger Burgen (z. B. Matrei am Brenner) zu einem führenden Tiroler Adelsgeschlecht aufgestiegen. Das vorliegende Werk zeichnet den weiteren Aufstieg der Familie nach, die ab dem 16. Jahrhundert hohe und höchste Ämter am Wiener Hof erlangte. Parallel dazu erfolgte der Erwerb der niederösterreichischen Herrschaften Falkenstein und Poysbrunn, sowie eines Hauses in Wien, womit die Tiroler Trautson im Dienste der Habsburger zu einem gesamtösterreichischen Adelsgeschlecht geworden waren. Nach vier Überblickskapiteln (Die Trautson - Mitgestalter der österreichischen Geschichte, Politische Rollen der Trautson im Dienste der Habsburger, Die Trautson-ein barockes Adelsgeschlecht, Die Trautson - ein Tiroler Geschlecht) hebt der Autor die Biographien jener elf Trautson hervor, die die große Zeit dieser Familie in Österreich repräsentieren. Seit Kaiser Ferdinand I. bekleideten sie die Ämter von Reichshofräten, Obersthofmeistern, Obersthofmarschällen, Geheimen Räten, Kämmerern, Gesandten, eines Fürstbischofs, Prälaten und Landmarschalls. Mit Johann Wilhelm Trautson erlosch die Familie 1775 im Mannesstamm. Da seine acht Söhne alle vor ihm starben, setzte er den Sohn seiner ältesten Tochter Maria Josepha Rosalia zum Erben ein. Seine älteste Tochter war mit einem Karl von Auersperg verheiratet. Die Erbregelung ging jedoch nicht klaglos über die Bühne, da nun auch die Nachkommen anderer Trautsontöchter (Wolkenstein, Fugger, Stubenberg, Esterhazy, Cobenzl und Lamberg) Ansprüche geltend machten. Nach einem sechs Jahre dauernden Zivilprozeß, der mit einem Vergleich endete, gingen die Güter doch an den Sohn der ältesten Tocher Karl Auersperg, welcher daraufhin den Namen Auer- sperg-Trautson führte. Der Band klingt schließlich mit einer Übersicht über heute noch sichtbare Spuren der Trautson (kirchliche Bauten, Burgen, Paläste, Straßennamen, Wappen, Korrespondenzen, sowie Grabstätten) aus. Nicht ganz so zufriedenstellend sind wohl die Fußnoten, zumindest die Nr. 106-108, S. 72 ff. ausgefallen - die Numerierung scheint offenbar durcheinander geraten zu sein. Nr. 106 ist nämlich nach „Frank“ 528