Mitteilungen des Österreichischen Staatsarchivs 46. (1998)

SCHEMBOR, Friedrich Wilhelm: Die österreichische Neutralität von 1807–1809. Die preußischen Aufstandsversuche in Ansbach-Bayreuth und der Kampf um Preußisch-Schlesien

Die österreichische Neutralität von 1807-1809 Beins Plan zu einem Aufstand in Ansbach-Bayreuth „Die Falk(enhausen) reisen vollkommen instruiert ab. Sie nehmen mit sich bis nach Hof meinen an Bose abgehenden Vertrauten.“ So heißt es in Beins Tagebuch am 17. März. Und von der Berswordt gab er ein Schreiben an Falkenhausen mit, um ihm eine zweckmäßigere Art, die Studenten in Erlangen zu versammeln, vorzu­schlagen. Wie sollten nun die Studenten von Erlangen dazu gewonnen werden am Aufstand teilzunehmen, mit denen Bein Ansbach erobern wollte? Falkenhausen sollte während eines Mittagessens den Studenten vorschlagen, einen Spazierritt aufs Land zu machen, worauf die Studenten Pferde mieten würden. Bein meinte aber in seiner zweiten Instruktion, ein besserer Vorschlag wäre, falls es in Erlangen, wie in anderen Universitätsstädten üblich, einen Ort gäbe, wohin die Stu­denten gerne nach dem Mittagessen gingen oder ritten, um dort zu spielen und zu trinken, die Studenten auf einen Punsch einzuladen. Die Senioren müßten dies so einleiten, daß sich die Studenten mit Pferden dorthin begeben, wobei allerdings der Ort so nahe liegen solle, daß Studenten ohne Pferd zu Fuß hingelangen könnten. Die von Falkenhausen aufgekauften Pferde und die Säbel sollten in der Zwischenzeit ebenfalls hingebracht werden. Beim Trinkgelage solle dann Falkenhausen bei geschlossenen Türen den Vor­schlag zur Teilnahme am Aufstand machen, jedoch ohne zu sagen, wohin es ginge, höchstens die Senioren sollten den Bestimmungsort kennen. Im Falle eines Punsches ließe sich dies leichter bewerkstelligen, denn wenn der Punsch einmal serviert sei, brauche man keine Kellner als unerwünschte Zuhörer mehr. Wenn der Vorschlag angenommen würde und außer den schon berittenen Studen­ten noch 50 weitere beritten gemacht worden wären, sollten die mangels an Pferden zurückbleibenden Studenten still nach Erlangen zurückkehren, die Stadt besetzen und Jeden hinein-, aber keine Seele hinauslassen“. Ein Student müßte zum Anfüh­rer bestimmt werden. In der Nacht sollten dann die Studenten die Proklamationen drucken lassen und es müsse ihnen die Ernennung des Redakteurs der „Erlanger Zeitung“, welcher kürzlich arretiert worden sei, zum Generalintendanten46 von Er­langen übergeben werden. Da Ansbach dreizehn Stunden von Erlangen entfernt lag, wollte Bein mit einem Aufstand in Erlangen die Kommunikation des Falkenhausen mit den übrigen Kolonnen ermöglichen und auf das benachbarte Nürnberg Eindruck machen. Die Studenten würden vor dem Abmarsch ermahnt, unterwegs möglichst wenig Lärm zu machen. „Die Art, wie der Marsch zu machen und welche Route zu neh­men“ ist, „überlasse ich der mir bekannten Klugheit der Falkenhausen“, meinte Bein großzügig, legte aber doch fest, daß man dort, wo es zwischen Erlangen und Ans­bach nicht möglich sei, Orte zu umgehen, Orte ohne Postämter nicht im Schlafe aufstören sollte, bei Orten mit Postämtern aber müßten Patrouillen vorreiten, den 46 Regierungschef. 337

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