Mitteilungen des Österreichischen Staatsarchivs 46. (1998)
SCHEMBOR, Friedrich Wilhelm: Die österreichische Neutralität von 1807–1809. Die preußischen Aufstandsversuche in Ansbach-Bayreuth und der Kampf um Preußisch-Schlesien
DIE ÖSTERREICHISCHE NEUTRALITÄT VON 1807-1809. Die preußischen Aufstandsversuche in Ansbach-Bayreuth und der Kampf um Preußisch-Schlesien von Friedrich Wilhelm SCHEMBOR 1. Einleitung S. 311, 2. Vorgeschichte S. 312, 3. Aufstandsversuch in Ansbach- Bayreuth S. 330, 4. Werbungen und Waffensammlungen in Wien S. 353, 5. Vorgänge in Böhmen und Glatz S. 373, 6. Ein weiterer Aufstandsversuch in Ansbach-Bayreuth S. 386, 7. Bein, Falkenhausen und andere ... Was nun? S. 399, 8. ... und Karlsbad tanzt! S. 409, 9. Nach dem „bedingungslosen“ Friedensschluß S. 418, 10. Die Freikorps im Jahre 1809 S. 452,11. Schlußbetrachtung S. 465, Ortskonkordanz S. 468 1. Einleitung Die vorliegende Arbeit beschäftigt sich mit den Auswirkungen der österreichischen Neutralität in den Jahren 1807 bis 1809 auf die preußischen Aufstandsversuche, insbesondere im Raume Ansbach-Bayreuth, und den Krieg in Preußisch- Schlesien. Unter Ansbach-Bayreuth ist dabei das Gebiet der beiden Fürstentümer Ansbach und Bayreuth zu verstehen, das Mitte 1791 von Markgraf Karl Alexander von Ansbach an Preußen abgetreten wurde. Beide Fürstentümer waren etwa gleich groß und hatten zusammen ca. 6 500 km2 mit 270 000 Einwohnern. Das Fürstentum Bayreuth grenzte zwischen Asch und Eger direkt an Böhmen. Das Thema, das nicht nur von lokalhistorischem Interesse für Wien, die Grafschaft Glatz, das böhmisch-bayerische Grenzgebiet und Ansbach-Bayreuth ist, wird hier erstmals unter Verwendung der im Österreichischen Staatsarclüv vorhandenen Akten der Obersten Polizei- und Zensurhofstelle dargestellt. Die vielen erhaltenen Briefmterzepte erlauben einen Blick „hinter die Kulissen“ und geben ein anschauliches Bild der damaligen Zeit. Es werden die Hintergründe aufgezeigt, die zu verschiedenen Maßnahmen der Behörden führten. Es gab eine Unzahl von Vorschlägen, wie Napoleon zu bekämpfen und beseitigen wäre, wobei die meisten nicht über Denkschriften hinauskamen, weil sie unausführbar waren. Man war vor allem auf preußischer Seite besessen von der Idee, durch lokale Aufstände die Massen in ganz Mitteleuropa zu erregen, wobei sich der Bogen von reinen Abenteurern und leichtsinnigen adeligen Offizieren über Staatsmänner und Heerführer bis zu Götzen, dem Kommandanten der Festung Glatz, spann. Preußen lag darnieder und Österreich war noch nicht zu einem Waffengang gerüstet. Es werden die gegensätzlichen Positionen Preußens und Österreichs gezeigt, die von den preußischen Aufstandswilligen nicht wahrgenommen wurden. Sie schrieben Mitteilungen des Österreichischen Staatsarchivs 46/1998 311