Mitteilungen des Österreichischen Staatsarchivs 45. (1997)

HÖDL, Sabine: Eine Suche nach jüdischen Zeugnissen in einer Zeit ohne Juden. Zur Geschichte der Juden in Niederösterreich von 1420 bis 1555

Mitteilungen des Österreichischen Staatsarchivs 45/1997 - Rezensionen wenn er feststellt, daß der Verdacht nie ganz von der Hand zu weisen war, daß Österreichs Sicherheitspolitik sich einer „gewissen Trittbrettfahrerbequemlichkeit“ selbst überließ. Eine Besorgnis um Österreich, d. h. eine „Neutralitätsfürsorge“ bzw. Schutzaufgabe für das Land selbst, wurde nach 1955 nie klar und deutlich ausge­sprochen. Die Beiträge beider Bände sind fundierte und anregende Ausführungen, alles in allem betrachet, Studien von teilweise hohem wissenschaftlichen Wert, die auch für die an sich militärhistorisch sehr arme Zeitgeschichtsforschung hierzulande als äu­ßerst gewinnbringend zu bezeichnen sind. Michael Gehler, Innsbruck Endler, Renate - Schwarze, Elisabeth: Die Freimaurerbestände im Gehei­men Staatsarchiv Preußischer Kulturbesitz. Bd. 1.: Großlogen und Protektor, Freimaurerische Stiftungen und Vereinigungen. Frankfurt a. M.: Peter Lang Verlag 1994 (Schriftenreihe der Internationalen Forschungsstelle „Demo­kratische Bewegungen in Mitteleuropa 1770-1850“ Bd. 13). 426 S. Die Merseburger Archivarinnen Renate Endler und Elisabeth Schwarze bieten eine zweibändige Übersicht über die Freimaurerbestände im Geheimen Staatsarchiv, die umfangreichste Quellensammlung zur Geschichte der deutschen Freimaurerlo­gen von ihrer Entstehung in den dreißiger Jahren des 18. Jh. bis zu ihrer erzwunge­nen Selbstauflösung im Dritten Reich. Band 1 hat die Logenbünde und die hohenzol- lernschen Protektoren der preußischen Freimaurerei (1740-1918) sowie die Stiftun­gen und Vereinigungen zum Gegenstand, der angekündigte Bd. 2 die Tochterlogen, also die zahlreichen, unter einer Mutterloge stehenden lokalen Filialen. Die den Logen gehörenden, im Staatsarchiv aufbewahrten Bestände bieten der Forschung eine Vielzahl nahezu unbekannter Archivalien zur Freimaurerei und über sie hinaus zur Sozial- und Kultur-, Mentalitäts- und Alltagsgeschichte sowie zur Prosopogra- phie Brandenburgs und Berlins. Die beiden Autorinnen sowie als dritte Bearbeiterin Bettina Ehrentraut haben über anderthalb Jahrzehnte eine immense, sorgfältige Arbeit geleistet. Die 1 400 lfm Akten (Gründungs- und Auflösungsakten, staatliche Schreiben, Protokolle, Mitgliederlisten, Briefe, Logenreden, Dmcke u. a. ) waren in ein erst zu entwickelndes einheitliches Ordnungsschema einzufügen. Die Ordnungs­schemas der Bestände der Großlogen und das Rahmenordnungsschema für den Be­standteil Tochterlogen der Freimaurerbestände werden in den zweiten Bd. aufge­nommen. Nach dem Geleitwort des Herausgebers der Schriftenreihe, des Innsbrucker Historikers Helmut Reinalter, und dem kurzen Vorwort von Heinrich Waldmann, dem früheren Direktor des Zentralen Staatsarchivs der DDR, Abteilung Merseburg, geben die Autorinnen einen gedrängten historischen Abriß der deutschen Freimau­rerei und beschreiben die Bestände der 1933 dreizehn Großlogen (Freimaurerbünde), das Protektorat einschließlich der Vorgeschichte unter Friedrich II., die Logen im Ausland sowie die freimaurerischen Vereinigungen und Stiftungen. Es sollen ledig­315

Next

/
Oldalképek
Tartalom