Mitteilungen des Österreichischen Staatsarchivs 45. (1997)

HÖDL, Sabine: Eine Suche nach jüdischen Zeugnissen in einer Zeit ohne Juden. Zur Geschichte der Juden in Niederösterreich von 1420 bis 1555

Mitteilungen des Österreichischen Staatsarchivs 45/1997 - Rezensionen Mittelschichten Österreichs während der 1880er Jahre“. Die Frau, besser gesagt die Mutter, spielt eine wichtige Rolle bei der „Wiedererlangung der nationalen Reinheit und für die Verhinderung weiterer ethnischer Kreolisierung Durch die Arbeit im häuslichen Bereich, die Erziehung der Kinder, gewannen die Frauen zunehmend an Bedeutung und der Nationalismus schuf ihnen Raum für die Teilnahme an der öffentlichen Seite der Politik. Die Frauen wurden einerseits aktiver ins Vereinsleben eingebunden, andererseits jedoch gerade durch den österreichischen Deutschnatio­nalismus daran gehindert, sich öffentlich zu artikulieren. Birgitta Zaar befaßt sich mit dem Thema „Frauen und Politik in Österreich, 1890- 1934“ (S. 48-76). Ihrem Beitrag stellt sie ein Zitat voran „Die Frau soll die Politik durch ihre frischen und unverbrauchten Kräfte beleben, sie durch ihre höhere Sitt­lichkeit und ihr stärkeres soziales Verantwortungsgefühl veredeln, sie soll durch die Gaben, die das Wesen ihrer Weiblichkeit bilden, vor allem durch ihre Mütterlichkeit und ihren Heimsinn, die Arbeit des Mannes in der Gemeinschaft ergänzen“, daß bis heute im Weltbild vieler Politiker und leider auch Politikerinnen seine Berechtigung hat. In der Einleitung zeigt Zaar die Absicht ihrer Arbeit auf, nämlich „... die Be­deutung der Ziele und Visionen der Frauenstimmrechtsbewegung in Österreich zu unterstreichen und die Probleme, denen die österreichischen Frauenbewegungen nach der politischen Gleichberechtigung mit der Realisierung dieser Ziele und Vi­sionen begegneten, zu verfolgen.“ In dem Kapitel „Gedanken über Frauen und Poli­tik, 1890-1918“ beschäftigt sich die Autorin mit der österreichischen Frauenstimm­rechtsbewegung und den wichtigsten Proponentinnen Auguste Fickert, Marianne Hainisch, Therese Schlesinger sowie Emmy Freundlich, um nur einige zu nennen. Sie beschließt dieses Kapitel mit der Einführung des Frauenstimmrechtes am 18. Dezember 1918 (mit Ausnahme der Prostituierten). Der dritte Teil widmet sich dem Thema „Die Wirkung von Frauen in der Politik, 1919-1934“. Es wird die Frau als Wählerin, als Mitglied in gesetzgebenden Ver­sammlungen sowie als Abgeordnete erörtert. Ebenso wird die Integration der Frauen in den Parteien untersucht, und die Schwierigkeiten der Politikerinnen in den männ­lich dominierten Arbeitsgebieten und die Verdrängung in typisch „weibliche“ Berei­che herausgearbeitet. Gerda Neyer beschäftigt sich mit den „Frauen im österreichi­schen Parlament: Chancen und Barrieren“ (S. 77-101). Sie untersucht Gründe für den immer noch begrenzten Zugang von Frauen zu den politischen Machtbereichen und zeigt den Frauenanteil im Parlament auf, der in den 1970er Jahren noch nicht größer war als in der Ersten Republik. Mit dem zweiten Schwerpunkt „Frauen und Ökonomie“ beschäftigen sich Erna Appelt, Gudrun Biffl und Getraud Diem-Wille. Erna Appelt widmet sich dem The­ma „Die Integration von Frauen in den Dienstleistungssektor in Österreich Ende des 19. Jahrhunderts“ (S. 102-119). Sie beschäftigt sich mit der „Entstehung des Dienstleistungssektors“ durch die Abschaffung der Grundherrschaft, die Abschaf­fung des Zunftwesens sowie die Auflösung der im europäisch städtischen Bereich vorherrschenden Haushaltsform des „ganzen Hauses“ und zeigt auf, daß sich Frauen in diesem neugeschaffenen Tätigkeitsfeld vor allem in untergeordneten Bereichen 310

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