Mitteilungen des Österreichischen Staatsarchivs 45. (1997)

HÖDL, Sabine: Eine Suche nach jüdischen Zeugnissen in einer Zeit ohne Juden. Zur Geschichte der Juden in Niederösterreich von 1420 bis 1555

Mitteilungen des Österreichischen Staatsarchivs 45/1997 - Rezensionen Schaft. Er erzählt uns von Gesprächen mit österreichischen Politikern, denen er im Laufe der Vorbereitungen für das Gedenkjahr 1988 begegnet war. Es sind insgesamt 16 Beiträge geworden, die, mit einem Vorwort versehen, zu einem Band vereint wurden. Es sind Beiträge, in denen der Vf. zu vielen Fragen und Themen (u. a. Ver­botsgesetz, Entnazifizierung, Neonazis, Antifaschismus, Entschädigung, Österreichs Imagefragen, Pensionsversicherung, Lebensversicherung, Staatsbürgerschaft) sehr persönlich Stellung nimmt. Auch über die österreichische Archivpolitik der 80er Jahre weiß der Vf. in einem sehr ausführlichen Beitrag einiges zu berichten. Insgesamt ist es kein historisch-wissenschaftliches Buch im engeren Sinn gewor­den, sondern ein Band, der nachdenklich stimmt und den Leser in vielen Bereichen betroffen macht. Manfred Fink, Wien Frauen in Österreich. Beiträge zu ihrer Situation im 20. Jahrhundert, hrsg. von David F. Good, Margarete Grandner, Mary Jo Maynes. Wien- Köln-Weimar: Verlag Böhlau 1993. 304 S. Basierend auf dem ersten großen internationalen Symposium über Frauen in Österreich, welches bezeichnenderweise im April 1991 an der University of Min­nesota stattfand, legten die Herausgeberinnen ein Werk vor, daß einen wichtigen Beitrag zur Frauenforschung in Österreich darstellt. In dem Vorwort der „Herausgeber“ werden die drei Schwerpunkte (Verhältnis von Frauen zum Staat und zur Öffentlichkeit; Frauen und Ökonomie; weibliche Identität und deren Wandel) des vorliegenden Bandes sowie die dazu veröffentlichten Beiträ­ge und Autoren kurz vorgestellt. Mit der ersten Fragestellung befassen sich James C. Albisetti, Pieter M. Judson, Brigitta Zaar und Gerda Neyer. Albisetti widmet sich dem Thema „Mädchen­erziehung im deutschsprachigen Österreich, im Deutschen Reich und in der Schweiz, 1866-1914“ (S. 15-31). Er zeigt die Entwicklung der staatlichen Unter­stützung für höhere Mädchenbildung detailliert auf und räumt mit dem Vorurteil, daß Österreich besonders rückständig sei, auf. Erbetont, daß „...die österreichische Politik gegenüber der höheren und der Universitätsbildung von Frauen in mancher Hinsicht „liberaler“ als jene in Preußen oder im Deutschen Reich war.“ Er begründet dies mit der Öffnung der Matura 1872, der Duldung von Hörerinnen ab 1878 sowie der Anstellung von Ärztinnen durch die Regierung. Andererseits führt Albisetti auch die „... minimale öffentliche Unterstützung für die höhere Bildung der Mädchen an Lyzeen oder Gymnasien, die große Verzögerung, ehe Frauen an den höheren Mäd­chenschulen unterrichten durften, die Weigerung bis 1919 die juridische Fakultäten zu öffnen“ an. Pieter M. Judson beschäftigt sich mit der Frage „Deutschnationale Politik und Geschlecht in Österreich 1880-1900“ (S. 32-47). In seinem Aufsatz untersucht er „... die Entstehung und die Querverbindungen einflußreicher Ideologi­en die nationale und die Geschlechtsidentität betreffend in den deutschsprachigen 309

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