Mitteilungen des Österreichischen Staatsarchivs 45. (1997)

HÖDL, Sabine: Eine Suche nach jüdischen Zeugnissen in einer Zeit ohne Juden. Zur Geschichte der Juden in Niederösterreich von 1420 bis 1555

1885“ (S. 23-46), „Wissenschaftliche Laufbahn“ (S. 46-62), „Wissenschaftliche Auseinandersetzungen“ (S. 62-70), „Ehemann und Vater“ (S. 70-74), „Krauss und das Judentum“ (S. 74-80), „Krauss als Literat“ (S. 80-86), „Der Sexualwissenschaft­ler“ (S. 86-90), „Zensur und Gericht“ (S. 90—101), „Kriegsjahre“ (S. 101-105) und „Krauss und die Frauenfrage“ (S. 106-110), dem ein kurzes Schlußwort folgt. Zudem enthält die Publikation auch noch eine von Burt zusammengestellte Biblio­graphie von Krauss sowie ein Verzeichnis des Nachlasses von Krauss im Depart­ment of Special Collections, University Research Library, University of California, Los Angeles. Wenn die Arbeit Burts - alles in allem betrachet - auch keine Autobiographie an sich ist, so ist sie letztlich doch nichts weniger als autobiographisch. Und in ihrer Art ist sie zweifellos ein Baustein zur österreichischen Geistes- und Kulturgeschich­te, aber auch zur Wissenschaftsgeschichte im ausgehenden 19. und beginnenden 20. Jahrhundert. Letzteres nicht zuletzt auch deshalb, weil an verschiedenen Stellen in Burts Publikation deutlich wird, welche Voraussetzungen und Kriterien damals erfüllt werden mußten, um eine akademische Laufbahn einschlagen zu können. Im konkreten Fall heißt das: Was wurde von den Vertretern bereits etablierter Wissen­schaften als Wissenschaft akzeptiert. Herbert H. Egglmaier, Graz Mitteilungen des Österreichischen Staatsarchivs 45/1997 - Rezensionen Hanák, Peter: Der Garten und die Werkstatt. Ein kulturgeschichtlicher Ver­gleich Wien und Budapest um 1900. Wien-Köln-Weimar: Verlag Böhlau 1992 (Kulturstudien. Bibliothek der Kulturgeschichte, Sonderband 13). 246 Seiten, 33 SW-Abb. Der Haupttitel der Publikation steht für Hanák für zwei Schlüsselwörter des Fin de siede. Der Garten symbolisiert dabei die Wiener Situation, die Werkstatt jene in Budapest. Beide charakterisieren zwei voneinander differierende Entwicklungstypen, wie Hanák bestrebt ist, nachzuweisen. Wie in vielen anderen zeitgenössischen Publi­kationen auch gibt dem Leser erst der Untertitel - „Ein kulturgeschichtlicher Ver­gleich Wien und Budapest um 1900“ - genaueren Aufschluß über die Zielrichtung, die der Autor verfolgt. Die Publikation als solche ist im übrigen kein geschlossenes, monolithisches Gan­zes. Vielmehr handelt es sich hierbei, wie Hanák auch selbst einleitend bemerkt, um eine „bildungsgeschichtliche Aufsatzsammlung“ (S. 9). Strukturell baut sie auf vier Themenkreisen auf, die Hanák vier Zweige der Bildungsgeschichte sind. Vorange­stellt sind dem Ganzen „Einleitende Gedanken über die Kulturgeschichte“ (S. 9-16), die trotz ihrer Kürze allein schon deshalb von Interesse sind, weil der Autor expres­sis verbis auch seine persönliche Sicht von Kulturgeschichte bietet. Hanáks Kultur­begriff ist alles andere als eng. Er umfaßt Hochkultur wie Massenkultur und reicht bis zur kulturellen Manifestation politischen Denkens und politischer Ideen. Vor 303

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