Mitteilungen des Österreichischen Staatsarchivs 45. (1997)

HÖDL, Sabine: Eine Suche nach jüdischen Zeugnissen in einer Zeit ohne Juden. Zur Geschichte der Juden in Niederösterreich von 1420 bis 1555

Mitteilungen des Österreichischen Staatsarchivs 45/1997 - Rezensionen médiévale á l’histoire ecclésiastique, S. 91-103) - einerseits um die Bedeutung der Inschriftendenkmäler als historischer Quellen, aber auch um einzelne hervorragende Quellengruppen wie Grabdenkmäler (z. B. Helfried Valentinitsch, Grabinschriften und Grabmäler als Ausdruck sozialen Aufstiegs im Spätmittelalter und in der frühen Neuzeit, S. 15-25) oder Einzelstücke wie den sogenannten Sternenmantel Heinrichs II. (Renate Baumgärtel-Fleischmann, Der Sternenmantel Kaiser Heinrichs II. und seine Inschriften, S. 105-125). Grundsatzfragen und methodische Probleme werden in den Referaten von Christine Wulf (Versuch einer Typologie der deutschsprachi­gen Inschriften, S. 127-137) und Wilfried Kettler (Bemerkungen zum Verhältnis von germanischer Philologie und Epigraphik, S. 163-177) behandelt. Die Diskussionsbeiträge sind um drei Themen gruppiert: Grabdenkmale, epigra­phische Schriften und Restaurierungsprobleme. Beim ersten Thema stehen dabei terminologische Fragen, v.a. die Dichotomie von Grabstein und Grabplatte im Mit­telpunkt (vgl. Anneliese Seeliger-Zeiss, Grabstein oder Grabplatte? - Anfragen zur Terminologie des mittelalterlichen Grabmals, S. 283-291). Das zweite Thema ist epigraphischen Schriften zwischen Mittelalter und Neuzeit gewidmet, wobei der Herausgeber des Bandes, Walter Koch, einen zusammenfassenden Diskussionsbei­trag „Zur sogenannten frühhumanistischen Kapitális“ beisteuert (S. 337-345). Infol­ge der „zunehmende(n) Gefährdung des epigraphischen Denkmälerbestandes“ auf der einen und der „offenkundig steigende(n) Wertschätzung der inschriftlichen Quellen für verschiedenste Wissenschaftszweige“ (Koch im Vorwort S. 7) auf der anderen Seite ist die abschließende Diskussion von Restaurierungsproblemen beson­ders zu begrüßen, die mit einem von Ernst Bacher und Walter Koch Unterzeichneten Aufruf zur Erhaltung der epigraphischen Denkmale schließt (S. 361). Insgesamt stellt der Band ein nützliches Kompendium wissenschaftlicher Forschungsergebnisse auf dem Gebiet der Epigraphik und zugleich einen überzeugenden Nachweis für die Tätigkeit der österreichischen Inschriftenkommission dar. Leopold Auer, Wien Hughes, Michael: Law and Politics in eighteenth century Germany: The Im­perial Aulic Council in the Reign of Charles VI. Woodbridge: The Boydell Press 1988 (Royal Historical Society Studies in History 55). 280 S. Arbeiten über den Reichshofrat sind im angelsächsischen Raum eine ausgespro­chene Seltenheit. Umso mehr verdient Michael Hughes’ Untersuchung Aufmerk­samkeit, die an den Beispielen Mecklenburg und Ostfriesland die wichtige Rolle aufzeigt, die der Reichshofrat auch im 18. Jahrhundert bei Konflikten zwischen Reichsfürsten und ihren Ständen noch immer gespielt hat. Gleichzeitig liefert der Autor damit einen Beitrag zur Reichsgeschichte und zu den Möglichkeiten kaiserli­cher Einflußnahme im Spannungsverhältnis von europäischer und Reichspolitik. Die kaiserliche Politik verfolgte dabei einen schwierigen Balanceakt, in dem sie einer­seits dem rechtlichen Verfahren möglichst freien Lauf lassen, dessen Auswirkungen 299

Next

/
Oldalképek
Tartalom