Mitteilungen des Österreichischen Staatsarchivs 45. (1997)
AGSTNER, Rudolf: Von Chandos House zum Belgrave Square. Österreichs Botschaft in London 1815–1997
Von Chandos House zum Beigrave Square. Österreichs Botschaft in London 1815-1997 ßen sich in diesem Falle gewiß Bedingungen erzielen, welche in letzter Linie eine Ersparnis gegenüber den bisherigen Verhältnissen repräsentieren würden.35 * Noch war es aber nicht soweit, und der Mietvertrag wurde 1884 lediglich um 2 Jahre verlängert. Nach 1890 stellte sich für den k. u. k. Botschafter in London erneut die Frage der Unterbringung, da der Eigentümer, Sir Henry Bruce Meux, das Haus verkaufen wollte. Geschäftsträger Graf Lützow berichtete im Oktober 1890, daß er dieser Tage von den Rechtsvertretern des Sir H. Meux eine Mitteilung erhielt, wonach dieser zwar derzeit bezüglich des Verkaufes des bisherigen Botschaftshotels in Unterhandlungen stehe, jedoch es für seine Pflicht erachte, der k. u. k. Regierung das Vorkaufsrecht anzutragen ... Der Preis wird mit LSt. 35 000 angegeben, doch ist mit Sicherheit davon auszugehen, daß eine Herabsetzung desselben zu erreichen wäre. Wenn auch nicht zu verkennen ist, daß das Haus keineswegs frei von Mängeln ist, so ist doch einerseits der Umstand zu berücksichtigen, daß es trotz vielseitiger Nachforschungen bisher nicht gelungen ist, ein sich für ein Botschafts-Hotel besser eignendes Objekt, das zu einem annehmbaren Preise zu kaufen oder zu mieten wäre, in Erfahrung zu bringen ... Da Lützow ohnehin bekannt war, „daß die käufliche Erwerbung eines derartigen Objektes vorläufig nicht in den Intentionen des Ministers liegt“, enthielt er sich zum Kaufe anzuraten und ersuchte nur um Weisung über die Sir H. Meux zu erteilende Antwort. Er vergaß aber nicht den Hinweis, „daß die Aussicht auf eine Wieder- Emeuerung des dermalen laufenden Mietvertrags nur eine geringe ist ...“3<s Die Antwort Wiens war kurz. Lützow wurde mitgeteilt, ... daß aus budgetären Rücksichten von der käuflichen Erwerbung eines Hotels überhaupt keine Rede sein kann ... Es erübrigt somit nur, eventuell eine Erneuerung des dermalen laufenden Mietkontraktes anzustreben ... oder ... nach einem anderen, entsprechenden Mietsobjekt rechtzeitig Umschau zu halten.37 Noch hatte Graf Deym Glück, und es gelang ihm 1891 nur kurz vor Ablauf des Mietvertrages, noch eine Mietverlängerung um ein Jahr bis zum 29. September 1892 zu erreichen. VI. Der Erwerb der lease für das Haus am Beigrave Square 1892 Mit Schreiben vom 9. Januar 1892 informierten Upton & Britton, sollictors, Graf Deym „that Sir Henry Meux has quite made up his mind to sell, it is fair to state that H. E. should know that no fürther renewal of the term can be arranged. The price asked by Sir Henry Meux is LSt. 35 000 .. ,“3S Deym berichtete umgehend: Ich habe voriges Jahr während mehrerer Monate nach einem anderen zu mietenden passenden Hause Umschau gehalten und konnte keines finden, das für eine Botschaft sich eignen würde. Ich bin vielmehr zur Überzeugung gelangt, daß unter den Häusern welche vermietet werden das jetzige dem Zwecke nach am besten entspricht trotz der zu sehr beengten Empfangsräume. Wenn der Hauseigentümer sich bestimmen ließe, die Miete zu erneuern, so würde ich meinerseits eine Erneuerung der Miete befürworten, HHStA Wien, AR, Fach 6/65, Bericht Nr. XII A-J an MdÄ vom 26. 3. 1884. Ebenda, Bericht Nr. LXXVIII an MdÄ vom 31. 10. 1890. Ebenda, Weisung MdÄ an Bt. London, ZI. 30.941/2 vom 8. 11. 1890. Ebenda, Schreiben Upton & Brittan an Graf Deym vom 9. 1. 1892. 9