Mitteilungen des Österreichischen Staatsarchivs 43. (1993) - Festschrift für Rudolf Neck zum 65. Geburtstag
STEINER, Hubert: Die USIA-Betriebe: Ihre Gründung, Organisation und Rückgabe in die österreichische Hoheitsverwaltung
Absicht, den sowjetischen Wirtschaftskomplex im Osten Österreichs zu liquidieren. Er endet mit der Übergabe des sowjetischen Vermögens durch die im Staatsvetrag vereinbarten Ablöselieferungen.1) 3. Die Rückgabe der USIA-Betriebe an Österreich Der erste Schritt in diese Richtung wurde von österreichischer Seite schon im Jahre 1953 gesetzt. In der Causa der Übernahme von mittlerweile stillgelegten USIA-Betrieben berief das Department 16 des Bundesministeriums für Finanzen am 31. August 1953 eine Sitzung ein, an welcher auch Vertreter des Bundesministeriums für Handel und Wirtschaft und der Bundeskammer der gewerblichen Wirtschaft teilnahmen. In den Monaten davor waren nämlich zahlreiche industrielle und gewerbliche Betriebe, die als sogenanntes deutsches Eigentum unter der Kontrolle des sowjetischen Besatzungselementes standen, von der Verwaltung der USIA stillgelegt worden. Immer häufiger wandten sich daher die Angehörigen solcher Betriebe an das Bundesministerium für Finanzen mit der Bitte, geeignete Maßnahmen zu treffen, um eine Stilllegung der Betriebe zu verhindern und den von der Schließung betroffenen Arbeitern den Arbeitsplatz zu erhalten. Jedoch nicht nur die Arbeitnehmer bekundeten durch diese Vorsprachen ihr Interesse an der Aufrechterhaltung der Betriebe, sondern auch die in der Ausübung ihrer Rechte behinderten Eigentümer - sei es der widerrechtlich aus seinem Betrieb gedrängte österreichische Teilhaber, oder auch der deutsche Eigentümer -, ersuchten das Bundesministerium für Finanzen, die Voraussetzungen für die Aufrechterhaltung der Betriebe zu schaffen. In diesen Tagen plante die Verwaltung der USIA, 39 Klein- und Mittelbetriebe stillzulegen. Diese Maßnahme war offenbar die Reaktion auf eine Überprüfung aller USIA-Betriebe durch eine von Moskau nach Österreich entsandte Kommission, und drückte das Eingeständnis des Versagens der Führung dieser Betriebe durch die USIA-Verwaltung aus. Das Bundesministerium für Finanzen wurde über folgende Betriebsstillegungen informiert: * Firma FAULHABER & HAUNSCHILD, Reparaturwerkstätte in Wien * Firma ABT, landwirtschaftliche Geräte- und Maschinenfabrik, Waldegg im Piestingtal * MERCEDES-BENZ, Reparaturwerkstätte in Wien * Firma Ferdinand MÜHLENS & MÖTSCH, Parfumerieerzeugung in Wien Die USIA-Betriebe. Ihre Gründung, Organisation und Rückgabe 1) Die USIA-Betriebe in Niederösterreich. Geschichte, Organisation, Dokumentation. Wien: 1983, S. 18ff. 209