Mitteilungen des Österreichischen Staatsarchivs 43. (1993) - Festschrift für Rudolf Neck zum 65. Geburtstag

STEINER, Hubert: Die USIA-Betriebe: Ihre Gründung, Organisation und Rückgabe in die österreichische Hoheitsverwaltung

Hubert Steiner 8. Die Abteilung WKUS, welche für die Nahrungs- und Genußmittel­industrie zuständig war, produzierte Melasse, Spirituosen, Zucker, Fette, Erdnußbutter, u.s.w. 9. Den Belangen der Landwirtschaft und des Forstwesens, sowie der Papier- und Holzindustrie war das Hauptaugenmerk der Abteilung LESS gewidmet. Im Laufe der Besatzungsjahre ergaben sich in dieser Aufgliederung der neun Branchenverwaltungen einige Veränderungen. So wurde zum Bei­spiel im Jahre 1954 die Teilverwaltung KRASKA mit der Teilverwaltung WKUS fusioniert. Geleitet wurden die einzelnen Teilverwaltungen in den ersten Nach­kriegsjahren von Militärs der sowjetischen Besatzungsarmee, die zu­meist den Rang eines Oberst bekleideten. Diese wurden jedoch ab dem Jahre 1949 durch sowjetische Berufsmanager ersetzt. Der innere Aufbau der aufgezählten Teilverwaltungen gliederte sich analog zur USIA-Zentrale in folgende Abteilungen: * Generaldirektion * technische Abteilung oder Planabteilung * Personal- und Kulturabteilung * kommerzielle Abteilung * Wirtschaftsabteilung * Buchhaltung * juristische Abteilung Die Entwicklung der USIAvon der Übernahme der Betriebe bis zu deren Übergabe an die österreichische Verwaltung aufgrund des Staats­vertrages vom 15. Mai 1955 läßt sich in drei Abschnitte einteilen: Der erste reicht ungefähr bis in das Jahr 1951 und wird gekennzeichnet durch Hochkonjunktur und hohe Gewinne. Zu dieser Zeit expandierten sämtliche sowjetische Wirtschaftseinrichtungen. Der Abschnitt wird ferner durch Versuche gekennzeichnet, die sowjetische Wirtschafts­enklave zunächst ganz auf die Verbindung mit dem sowjetischen und dem Satelliten-Wirtschaftsraum einzustellen. Krisenerscheinungen im Apparat der sowjetischen Wirtschaft charakterisieren den zweiten Ab­schnitt. Der Umsatz und der Gewinn gingen daher auch in Österreich rapide zurück; von der sowjetischen Seite wurden vehemente Versuche unternommen, die so notwendigen organisatorischen Umgestaltungen im Wirtschaftssystem durchzuführen, damit alle, auch die USIA-Betriebe wieder rentabel wurden. Der dritte, und somit abschließende Abschnitt beginnt mit dem Jahr 1955. Hauptmerkmal dieser Periode ist die immer deutlicher werdende 208

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