Mitteilungen des Österreichischen Staatsarchivs 43. (1993) - Festschrift für Rudolf Neck zum 65. Geburtstag

KUDERNA, Wolfgang: Die Verleihung des Ritterkreuzes des Militär-Maria Theresien-Ordens an Oberstleutnant Josef Wächter 1918

Der Bedeutung der zweiten Waffentat wird auch in den Begutachtungen des Korps- sowie des Heeresgruppenkommandanten im Ordensein­schreiten Wächters Ausdruck verliehen:12) „Begutachtung des Korpskmdten Peter Freiherr v. Hofmann. Das Gelingen des von mir befohlenen Gegenangriffes der Korpsreserve I.R. 88 ist der klugen und schneidigen Durchführung seitens des Obstlsts. Wächters zu danken, der sich auch hier wieder an die Spitze seines Rgts stellte. Der überraschende Anfall mit im ganzen ca 40 Mann auf die Teteabten der vordringenden Russen, also gegen eine 8-10fache Übermacht, kennzeichne die persönliche Tapferkeit dieses als Führer wie als Soldat gleich hervorragenden Stabsoffiziers. Dadurch, daß die Korpsreserve den in der Verfolgung des Infrgts. 81 be­reits auf die Höhen westl. Koniuchy gelangten Feind wieder zurückwarf und diese Höhen gegen die nachfolgenden russischen Angriffe hielt, wurde es ermöglicht, auch auf diesem Teil des Schlachtfeldes die Situa­tion wieder herzustellen und ist ein weiterer Einbruch des Gegners, welcher - aufgefangenen Befehlen nach - bis in den Raum bei Umran, also bis an die Zlotalipa hätte geführt werden sollen, in erster Linie ver­eitelt werden. Schließlich sei auf die in allen Aktionen jederzeit betätigte persönliche Tapferkeit Obstlts Wächters hingewiesen, der dadurch seine hervor­ragenden soldatischen wie edlen menschlichen Eigenschaften ein leuchtendes Vorbild für sein Regiment ist, das er, trotz innerer Schwie­rigkeiten zu einem von bestem, frohen Geist erfüllten, vollkommen ver­läßlichen, nie versagenden Truppenkörper gestaltet hat. Obstlt Wächter ist der Abgott seiner Untergebenen. Begutachtung des Herresgruppenkndten FM. Freiherr v. Böhm-Ermolli: Der Erfolg des IR. 88 bei Koniuchy am 1. 7. 1917 ist der zweckent­sprechenden Disponierung, dem raschen Entschluß und dem Einsatz der eigenen Person des Ordenswerbers zu verdanken. Die hiedurch er­stellte Begrenzung des russischen Einbruchs war für die Gesamtlage bedeutsam. Dies sowie neuerdings bewiesene persönliche Tapferkeit des Ordens­werbers lassen diese Tat als „ordenswürdig“ erscheinen. Verleihung des Ritterkreuzes des Militär-Maria Theresien-Ordens an Obstlt J. Wächter 12) KA, MMTO, Fasz. IV W161, fol. 28f. 155

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