Mitteilungen des Österreichischen Staatsarchivs 42. (1992)
BURKERT, Günther R.: Die Reise österreichischer Gesandter an den Hof Karls V. im Jahre 1519. Die bisherige Forschung und der Bericht Trojan von Auerspergs
Günther R. Burkert Wirs) furn am erichtag vor Michaelis daszt auss. Do wir auf III meill kamen, muestn wir wider in die portn fliehen, belibn hintz auf den sambstag. Do fuern wir wider sover. Do belibn wir gantzer VIII tag am anker, und dan uberkamen wir ain guettn windt, das wir gegn Catolonia fuern, und besorgtn, das wir nit in der nacht mit reschem windt zu landt kamen, dan ess het wenig portten; und fuern gegn der insei Mayorika, warn gern in die portén getzogn, wan der windt sterkte sich vasst, also ward er so starkh, das wir in die portén nit thuersstn[?] farn, tschwischn der tzweyer insei Mayorika und Minorika. Also unversehenner[?] sachn worden wir geworffen an Minorika, das all schiffleut vertzagten und sich zum schwimmen beraittetten. Ruefften Got und Unser Fraun zu Monsorath* 40) an, die uns wunderwarlich erledigt. Also1) warff man all segl ab in der nacht und schwebten also auff dem mör. An morgens furen wir in Mayorika in ain port Alardi41) genant. Do ruehetten wir ain tag, darnach namen wir den windt wider gen Catha- lona und kamen ain XX welhisch meil gegn Barsalona, als die schifleut sagten, und das man die liecht von der stat sache. Da forcht man aber, das wir nit in der nacht hintzue kamen. Also an ahn sambstag ward der windt wechselln und ertzaiget sich ain wulkenbruch. Da ward der windt guet für uns und uberliess widerwerttigkeit, schwebten aber ain nacht an ain segl drey stund ungevarlich vor tags. Do kam die fortun, do hueb sich an ain arbeit und geschray, da warff man auss guet puchssen und ander ding. Man muesst dem windt nachfarn, und kamen denselbn tag in ein inseil genant Ibitza. Do ergriffen wir ain porth und muesstn V tag da beleibn, darnach furn wir wider auss. Da kam schir der alt windt, da flahen wir in die haubtstat Mayorika, die auch also haist, und beliben do VIII tag. In der tzeit sein vili schiff ertrungkn, erprochn segl und leut verlorn. Ist vast ungestumb wetter gewesen. Do erpot man uns auch vili er. Daselbst welen die Österreicher, das man im beschluss der Werbung offenlich antzaign soll, wie die Werbung geredt solt werdn; woltn mich denselbn tag gehört habn und sy wordn doch nit dartzue geschikt und uberlegtns an ain andern tag. An Allerheillign tag nachmittag giengn s) Hand 3: aufbruch von Sardinia, gegen Catalonia, ungestümbe des möers zwischen Maiorica und Minorica augenscheinliche röttung vor dem undtergang. 40) Notre Dame de Montserrat; dieses Marienbild wurde vor allem von Seeleuten verehrt, die den Berg Montserrat bei Barcelona als Orientierungspunkt zur Navigation im Mittelmeer verwendeten. t) Hand 3: ankhonnfft oder anlandung in die insl Maiorica seglen gegn Catalonia und Barcelona abermällige fortun am möer wurden geworffen in ain insl Ibiza genandt khomben in die haubtstatt Maiorica und empfiengen grosse ehr alda. 41) Alcudia. 54