Mitteilungen des Österreichischen Staatsarchivs 38. (1985)
PETRITSCH, Ernst Dieter: Der habsburgisch-osmanische Friedensvertrag des Jahres 1547
72 Emst Dieter Petritsch Erzurüm19), Diyärbakir20), Kürdistän21), Lüristän22), Äzerbäygän23), <Agem24), Zülkädriye25), MIsIr28), Säm27), von ganz (Arabistän29), Bagdad30), Basra31), cAden32), Yemen33), der Gebiete Tatar34), Deät-i klpéak35) und Magrib36), von Efläk38), Bogdán39), dem Thron von Budün40), der Provinz Erdei41) und allen dazugehörigen Orten sowie von noch einigen mit unserem Schwert eroberten Ländern, Sultan Süleymän Säh, Sohn des Sultans Selim Säh, Sohn des Sultans Bäyezid Hän. ehre20), Churdistan21) und Luristan22) und Estiazanung23) undt Azamung aber Persia- nung24), Sulkadrie25) und Missirie26), Sha- mung27) undt Helebung28) und Egipia und des gantz Morenland29), und Babilonié30) undt des landt Wasire31) und des land Aden32) und Gemen33), und der tartarishen landen34), und der landen und provinciae Destu kibzack35), und der provinzen und landen Magrib aber Affrica36), und Zhe- sayr aber Allczier37), und der Walachei38) und des Moldauishen land39), und des stull und khunigreich Ofen40), und des land Sy- benburg41) und alle der dasigen, belchic) c) Verbessert aus belchen. 20) 1515 osmanisch, Eyalet seit 1517 (Amid!Diyarbakir). 21) Das „Kurdenland“: Gebiet der relativ autonomen kurdischen Fürstentümer, zwischen 1515 und 1534 eingenommen. 22) Die persische Provinz Lüristän wurde 1535 erstmals erobert, befand sich allerdings nie unter fester osmanischer Oberhoheit. 23) Gebiet um Tabriz, 1534 erstmals erobert, jedoch bald wieder verloren gegangen. 1548 mußte Süleymän Tabriz neuerlich einnehmen. 24) „Persien“: ein lediglich fiktiver Herrschaftsanspruch. 2ä) Gebiet in Ostanatolien: endgültig 1515 osmanischer Vasallenstaat, 1522 Eyalet (Mara§). 26) Ägypten: 1517 osmanisch, seit 1520 relativ autonomes Eyalet (Al-Kähira). 27) Arab. Name von Syrien und von Damaskus: 1516 osmanisch, 1520 Eyalet. 28) Haleb, dt. Aleppo: 1516 osmanisch, 1520 Eyalet. 29) „Araberland“ d. i. die arabische Halbinsel, 1517 osmanisch. Egipia und gantz Morenland ist ein Phantasieprodukt des Pfortendolmetschers, der mit den Namen der entfernten Provinzen offenbar nicht viel anzufangen wußte (vgl. Estiazan[ung] für „Äzer- bäy/jän“). 30) Seit 1534 osmanisches Eyalet. 31) 1534 osmanisch, 1546 als eigenes Eyalet von Bagdäd getrennt. 32) Seit 1538 osmanisch: Da in der Intitulatio genannt, war (Aden anscheinend einige Zeit Eyalet, obwohl dieses Gebiet gewöhnlich als Sandschak der Provinz Yemen gilt. 33) Seit 1538 osmanisch (San(äJ). 34) Als „Tataren“ bezeichnet man die türkischen Völker der ehemaligen Goldenen Horde. Im engeren Sinn ist das Chanat der Krimtataren gemeint (seit 1475 osmanischer Vasallenstaat). 35) Die „Klpcakische Steppe“, laut Hammer ein Steppengebiet zwischen Schwarzem und Kaspischem Meer; gemeint ist wahrscheinlich das Chanat von Astrachan, ein Teil des ehemaligen Reiches der Ißpcaktürken. 1557 wurde jenes Chanat von Rußland erobert. 36) Arab. „Westen“, d. i. die Länder westlich Ägyptens, vor allem Tunis (1534/35 kurzfristig osmanisch) und Algier (s. Anm. 37). 37) Al-öazä>ir (Algier), osmanischer Vasallenstaat seit 1516. 3S) Walachei: seit 1391 mit Unterbrechungen tributpflichtiger Vasallenstaat. 39) Moldau: seit 1455 mit Unterbrechungen tributpflichtiger Vasallenstaat, zuletzt 1538 unterworfen. 40) Budün (Buda, dt. Ofen) Bezeichnung für den osmanisch besetzten Teil Ungarns: tributpflichtiger Vasallenstaat seit 1526, Eyalet seit 1541. 41) Von ung. Erdély (lat. Transsylvania, dt. Siebenbürgen): Tributpflichtiger Vasallenstaat seit 1526/1541.