Mitteilungen des Österreichischen Staatsarchivs 38. (1985)
MIKOLETZKY, Lorenz: Zehnter Internationaler Archivkongreß Bonn 1984
422 Lorenz Mikoletzky lem Umfang nutzen, welche mit Hilfe moderner Technologien entwickelt werden, um die immer ernster werdenden Probleme der Archivare zu lösen. Moderne Organisationsmethoden und moderne Technologien haben während der beiden letzten Jahrzehnte dramatische Fortschritte gemacht. Ein Archivar oder eine Führungskraft irgendeiner anderen Institution würden ihre Pflicht sträflich vernachlässigen, wenn sie das Instrumentarium übersehen würden, das auf diesen Gebieten zur Verfügung steht“. Der Bogen wurde von der Erstellung eines Aktionsplanes und des Haushalts über Erfolgskontrollen, Rechnungsprüfung und Öffentlichkeitsarbeit zu den technologischen Möglichkeiten gespannt. C. P i t s o n (Australien) gab nähere Hinweise für Die Anwendung von Methoden der Wirtschaft in Archiven (Neubestimmung der Aufgaben des Archivs; Entwicklung der Beziehungen zum Regierungsapparat; Verbesserung interner Arbeitsabläufe; Organisation und Personalausstattung; Informations- und Personalpolitik), während J. E. O’Neill (USA) Die Anwendung der maschinellen Datenverarbeitung bei der Erstellung archivischer Findmittel näher erläuterte und feststellte, daß die „Automatisierung, soweit zweckmäßig und klug eingesetzt“, viele Probleme finanzieller und personeller Natur im Bereich der Archive lösen könnte. „Information ist eine wertvolle Ware in unserer Welt geworden. Als Hüter wertvoller Informationen haben wir die Aufgabe, alle notwendigen Maßnahmen zu treffen, um sie zu erhalten und in der hochtechnisierten Zeit am Ende des zwanzigsten Jahrhunderts verfügbar zu machen“. R. K. P e r t i (Indien) legte Die Organisation eines Konservierungsprogrammes vor, wobei die Forderung nach einem Naturwissenschaftler als Archivmitarbeiter erhoben wurde. M. R a s t i c aus Jugoslawien gab einen Erfahrungsbericht über Die Verwaltung kleinerer Regional- und Kommunalarchive. Mit den Anforderungen an die menschlichen Reserven beschäftigte sich die dritte Plenarsitzung. Hier war B. Brachmann (DDR) der Hauptreferent und kam im Detail auf die Komplexität archivarischer Tätigkeit zu sprechen, erläuterte das Berufsbild und die Motivation und ging schließlich auf die „Erfordernisse für die Ausbildung der Archivare“ und die Optimierung von Studienplänen ein. M. Cook (Großbritannien) behandelte die Bibliotheks- und Archivschulen näher: „Wir brauchen Ausbildungsstätten von hohem Ansehen, die in der Lage sind, die theoretische und die praktische Ausbildung in der richtigen Weise miteinander zu verbinden, wo die fachbezogene Forschung gefördert wird und für die man einen Kreis von Fachgelehrten gewinnen und dauernd halten kann“. J.-P. S i g m o n d (Niederlande) erläuterte die bisweilen sehr wichtige Rolle der Archivarsverbände bei der fachlichen Fortbildung P. Rastas (Finnland) beschäftigte sich eingehend mit der Ausbildung der Schriftgutverwalter, denn „die Ausbildung des Registraturpersonals dient nicht nur der Schriftgutverwaltung der Behörden, sondern auch den Interessen der Archivverwaltung, weshalb die Archive an der Planung und Verwirkli