Mitteilungen des Österreichischen Staatsarchivs 38. (1985)

MIKOLETZKY, Lorenz: Zehnter Internationaler Archivkongreß Bonn 1984

Zehnter Internationaler Archivkongreß Bonn 1984 423 chung der Ausbildung beteiligt sein sollten. ... Die Fachausbildung von Registratur- und Archivpersonal sollte vereinigt werden. Für die Organi­sation der Schulung ist es wesentlich, daß sie in das allgemeine Ausbil­dungssystem des Landes eingepaßt wird“. Mit einem Spezialschwerpunkt, nämlich der Ausbildung von Medienarchivaren, setzte sich schließlich F. P. Kahlenberg (BRD) auseinander. Die abschließende Sondersitzung des Plenums diskutierte Internationale Gemeinschaftsprojekte zum Austausch von Archivalienreproduktionen. L. Körmendy (Ungarn) fungierte als Hauptsprecher und erläuterte Sinn und Zweck der Sammlung von Reproduktionen in Archiven: Bestands­ergänzung, Wiederherstellung lückenhafter Bestände, Gründung von Do­kumentationszentren und vor allem die Lösung oder zumindest die Ent­schärfung von Konflikten um Archivgut, wenn Ansprüche mehrerer Sei­ten darauf bestehen. Die vielfachen Probleme bei der Herstellung und dem Austausch solcher Archdvalienreproduktionen liegen nicht nur in den fi­nanziell begrenzten Mitteln, sondern ganz wesentlich — neben der Kom­plexität der Technik — auf dem rechtlichen Sektor, da die Rechtsgrund­lage von Land zu Land verschieden ist! Die Zusatzbeiträge griffen Beispiele aus den eigenen Erfahrungsbereichen auf. P. C. Mazikana (Simbabwe) erläuterte Ein gemeinsames Mikro­verfilmungsprojekt: Akten der Föderation von Rhodesien und Nyassaland, ein sehr gutes Beispiel dafür, wie gemeinsames archivisches Erbe genutzt werden kann. Die besondere Stellung Polens im europäischen Kräftefeld im Laufe der Geschichte brachte große Probleme im Archivbereich mit sich: S. Nawrocki referierte über Polnische Erfahrungen auf dem Ge­biet des Austausches von Archivalienreproduktionen mit anderen Staaten, wobei auch hier das Generalthema des Kongresses im Vordergrund stand: „Die Aufgabe des X. Internationalen Archivkongresses wäre es, durch die Anregung der Ausweitung eines devisenfreien Austausches von Archi­valien in Form von Reproduktionen und insbesondere Mikrofilmen zur Entwicklung einer fruchtbaren Zusammenarbeit zwischen den Archiven verschiedener Länder beizutragen“. J. Sims (Großbritannien) informier­te über Die südasiatischen Mikrofilm-Austauschprogramme des India Of­fice Library and Records. Dabei ging es um die Problematik der Archiv­gutaufsplitterung zwischen ehemaliger Kolonialmacht und den Kolonien sowie der Möglichkeit von Mikrofilmaustausch zur Ergänzung vorhande­ner Bestände. B. Slot (Niederlande): Der Austausch von Mikrofilmen: Eine Übersicht über Erfahrungen und ungenutzte Möglichkeiten berich­tete über die verschiedensten Schwergewichte bei Reproduktionswün­schen, wobei nur eine genau zu überlegende Vorgangsweise, eine Priori­tätensetzung zu vernünftigen Lösungen führen kann. R. Wolfe (USA) erläuterte Die gemeinsame Nutzung von Akten wechselseitigen Interesses für die Bundesrepublik Deutschland und die Vereinigten Staaten von Amerika. Hiebei ging es um die deutschen Archivalien, die mit Kriegs­

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