Mitteilungen des Österreichischen Staatsarchivs 36. (1983)

NOFLATSCHER, Heinrich – SPRINGER, Elisabeth: Studien und Quellen zu den Beziehungen zwischen Rudolf II. und den bosnischen Christen

Studien und Quellen 47 Groß- und Kleinschreibung, Interpunktion und diakritische Zeichen (Ak­zent, Apostroph) wurden dem heutigen Sprachgebrauch angepaßt. Für die Großschreibung, die im Italienischen subjektiven Einstufungen offener ist, wurde ein eher breites Spektrum gewählt. Es umfaßt vor allem den Bereich der Institutionen, der Titel und des Religiösen. Nach Möglichkeit berücksichtigt wurde auch die in den Schreiben vorgegebene Interpunktion. In der Verwendung des vokalischen und konsonantischen v befinden wir uns, in dem von den Quellen abgedeckten Zeitraum, in einem Über­gangsstadium, der noch undifferenzierte Gebrauch von u und v im 16. Jahr­hundert legte sich erst im Verlauf der folgenden fünf Jahrzehnte auf die moderne Schreibweise fest 96 97). Sie wurde in der vorliegenden Edition bereits angewandt. Eindeutige Schreibfehler sind in der regional stark geglieder­ten Sprachlandschaften Italiens nur schwer faßbar, sie wurden im Text mit Fußnoten verweis korrigiert. Worttrennungen wurden durchge­führt, mehrteilige Adverbien und Konjunktionen (wie «si come», «acciö che») aber nicht zusammengefügt, da deren getrennte Schreibweise in der ersten Hälfte des 17. Jahrhunderts noch durchaus üblich war e7). Abkür­zungen, auch Titel, wurden ohne Klammernsetzung aufgelöst, sonstige Ein­griffe der Herausgeber im Textfluß, wie Streichungen von Textpartien (Titulation und weniger wichtige, sich wiederholende Passagen) sind durch eckige Klammern gekennzeichnet. Da die Anzahl der edierten Quellen gering, die Schreibweise von Ortsnamen mehrsprachiger Regionen und auch Höflichkeitsformeln für sich genommen von Interesse sind, wurden Datierung und Grußformeln mitaufgenommen. Für den Fußnotenapparat hat sich die Aufspaltung in einen philologischen und einen sachlichen Teil als sinnvoll erwiesen. Die formalen Merkmale der unter nn. 2, 6 und 12 edierten Stücke ver­dienen noch Erwähnung. Da jedoch — soweit von hier aus feststellbar — keine speziellen Untersuchungen dazu existieren, können nur einige sehr auffällige Tatsachen als solche aufgezeigt werden, ohne daß sich eine Problemlösung anbieten würde. 1) Es zeigt sich, daß die Patres Minoriten gewisse Schriftstücke in der Form von Urkunden abfassen. Bei diesen Patenten wird das Papier im Querformat beschrieben; die Stücke haben eine ausgebildete Intitulatio, führen umständlich alle an dem durch die Urkunde nachträglich schriftlich fixierten Rechtsvorgang Beteiligten an, bringen die Corroboratio mit An­kündigung der eigenhändigen Unterschrift und Verwendung des „übli­96) Bruno Migliorini Storia della lingua italiana (Firenze 21960) 383 und 463; Gerhard Rohlfs Grammatica storica della lingua italiana e dei suoi dialetti 1—3 (Torino 1966—1969). — Sprach Wörterbücher: Nicolö Tomma- seo Dizionario della lingua italiana 1—7 (Torino 1915); Vocabolario degli Acca- demici della Crusca (Venezia 1612); Vocabolario degli Accademici della Crusca 1—11 (Firenze 1863—1910); zum Venezianischen: Giuseppe Boerio Dizionario del dialetto veneziano (Venezia 31867). 97) Freundliche Mitteilung von Frau Dr. Luisa Cozzi, Venedig.

Next

/
Oldalképek
Tartalom