Mitteilungen des Österreichischen Staatsarchivs 36. (1983)

SCHÖDL, Günter: Zur Forschungsdiskussion über alldeutsch-deutschnationale Politik in der Habsburgermonarchie und im Deutschen Reich

512 Literaturberichte der „Österreicher“ gegen die Verschwörungen der Mazzinisten. In den fünfziger Jahren kam zu den Konspirationen intellektueller Kreise wach­sende Unzufriedenheit der großstädtischen Unterschichten hinzu; die Rol­le der Mailänder „Barabba“ in der Erhebung von 1853 hätte Berück­sichtigung finden sollen; vgl. Franco Catalano I Barabba. La rivolta del 6 Febbraio 1853 a Milano (Milano 1953). Der Band vermag die in seinem Titel umrissene Problematik nicht voll abzudecken, weist aber methodisch bedeutsame Wege zu ihrer Bewälti­gung. Die Ausdehnung vergleichbarer Untersuchungen auf die politische Stellung eines Windischgrätz, Jellacic, Haynau, Weiden oder Kempen ver­spricht wertvolle Ergebnisse. Das „Überleben“ der Habsburgermonarchie durch das Eingreifen der militärischen Gewalt ist ein Phänomen, das im Komplex der einander überschneidenden politischen, nationalen und so­zialen Entwicklungslinien der bürgerlichen Revolution erneut zur Dis­kussion steht. Wolfgang Häusler (Wien) Brigitte Hamann Elisabeth. Kaiserin wider Willen. Amalthea-Verlag, Wien— München 21982. 659 S., 57 Abb. Elisabeth. Bilder einer Kaiserin. Hg. von Brigitte Hamann. Amalthea-Verlag, Wien—München 1982. 176 S. mit ca. 300 Aufnahmen. Mit dem Erscheinen dieser Elisabeth-Biographie ist gewissermaßen eine der letzten Lücken auf dem Sektor der seriösen Literatur über die Kai­serin geschlossen. Die von H. 1978 herausgebrachte und auf einer Dis­sertation beruhende Biographie des Kronprinzen Rudolph ließ hohe Er­wartungen und Hoffnungen auf eine biographische Arbeit über die Mutter dieses problematischen Habsburgers zu. Das Bild war denn doch schon zu sehr verwässert, ja verkitscht, als daß man darunter noch den wirk­lichen Menschen hätte erkennen können. Nun ist die „neue“ Elisabeth da, man liest sie in einem Zug durch, ist interessiert, ja gefesselt. Die Autorin geht der Geschichte ihrer Heldin bis ins letzte Detail nach. Sie ist um größte Objektivität bemüht. Das geht soweit, daß der wahre Held der Geschichte Kaiser Franz Joseph ist. Denn solch eine Frau aus­zuhalten und bis zum letzten Atemzug zu lieben, grenzt schon ans Wunderbare! Die Biographie der Kaiserin beginnt wie ein typischer Alt Wiener Roman: „Der Kaiser und das Wäschermädel“. In diesem Fall eine kleine bayeri­sche Prinzessin von 16 Jahren, die durch ihre Schönheit und ihre Gra­zie den Kaiser in ihren Bann zieht. Er macht sie trotz allen Ein­wänden zu seiner Frau. Und nun betritt „Professor Higgins“ die Bühne: Die Kaiserinmutter, Erzherzogin Sophie, bemüht sich, Pygmalion zur Elsa zu machen. Im Leben schlägt aber solch ein Experiment häufig zum Bösen aus; es wird eine Pleite, die ein Leben lang währt. Die guten Anlagen, die Elisabeth hat, Intelligenz, Herzenswärme, Altruismus und großer persönlicher Charme, gehen verloren, werden wenig oder gar nicht

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